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Rennradfahren am Salzburgring

Glühende Reifen ohne Motoren. Am Salzburgring zeigen Rennradfahrer und Triathleten was in ihnen steckt. Eine Trainingslocation der ganz besonderen Art nahe der Mozartstadt.

Von „Race the Lake“ zu „Race the Ring“

Unter dem Motto „Race the Lake“ startete Mohrenwirt Jakob Schmidlechner vor einigen Jahren mit der sportlichen Ausrichtung seines Betriebes in Fuschl am See. Seither hat sich das Hotel Mohrenwirt zu DER Trainingslocation für Rennradfahrer und Triathleten entwickelt. Jedes Jahr treffen sich zahlreiche Hobbysportler und Profis zu Trainingstagen im Salzburger Land. Es sind die glasklaren Seen, die verkehrsarmen Bergstraßen, die lockere Atmosphäre im Hotel und die Leidenschaft des Gastgebers, die aktive Urlauber anziehen und zu Stammgästen machen.

Und damit es an Abwechslung nicht mangelt, gibt es immer wieder neue Highlights die sich Jakob Schmidlechner für seine Gäste einfallen lässt. Eines davon ist das wöchentliche Training am Salzburg Ring das auch mir ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert hat.

Von der Idee zum Erlebnis

„Früher gab es einmal im Jahr eine Volksveranstaltung am Salzburgring, bei der man den 4,2 km langen Kurs mit dem Rad befahren durfte.“, erzählt mir Jakob Schmidlechner vom Mohrenwirt. „Das kam mir in den Sinn, als ich darüber nachdachte, wie perfekt es wäre auf einer autofreien Strecke Intervall- und Koppeltraining zu absolvieren.“

Als ambitionierter Triathlet und Teamchef des Pro Team Mohrenwirt, weiß Jaki genau, worauf Triathleten und Rennradfahrer Wert legen und wovon sie träumen. Vieles ist in seiner Heimat, dem Salzburger Land, bereits von Haus aus gegeben. Für das gewisse Extra sorgen er und seine Partner, die gemeinsam immer wieder an den perfekten Trainingsbedingungen für Sportler feilen.

Dass der Salzburgring nur zwölf km von seinem Hotel in Fuschl am See entfernt liegt, ist quasi wie die Pole-Position. Die Bereitschaft der Betreiber, den Ring auch für nichtmotorisierte Sportgeräte zu öffnen spielt dem kreativen Hotelier zusätzlich in die Hände: „Die Verwaltung des Salzburgrings war sehr offen für meine Idee und so konnten wir sehr rasch eine unkomplizierte Lösung für die Umsetzung finden.“
Nur kurz nach den ersten Gesprächen glühten schon die durchschnittlich 25 mm schmalen Reifen auf der Rennstrecke.

Einzigartige Trainingsmöglichkeit

Jeden Mittwoch um 18.00 Uhr haben die Gäste des Hotel Mohrenwirt nun die Gelegenheit auf dem 4,2 km langen und 10 m breiten Salzburgring im Windschatten oder auch auf eigene Faust in die Pedale zu treten. „Der Ring ist die perfekte Trainingslocation für Triathleten. Mit längeren Geraden bis zu 750 m, einer maximalen Steigung von 3,8% und einem Höhenunterschied von 25 m ist er sowohl für Intervalltraining als auch für Koppeltraining geeignet. Und das Beste ist natürlich, dass man auf keine Autofahrer Rücksicht nehmen muss und ungestört seine Runden drehen kann.“ erklärt Jaki.

Für mich ist es vergleichbar mit dem Training auf einer Laufbahn: perfekter Untergrund, fixe Distanz, Fokus auf der Technik.

Und so fühlt es sich an am Salzburgring mit dem Rennrad zu fahren

Wir haben die idealen Bedingungen für unser Training am Salzburgring: Angenehme Temperaturen in der Abendsonne. Bei unserer Ankunft hören wir noch heulende Motoren, die pünktlich um 18.00 Uhr verstummen. Dann ist der Ring für Autos gesperrt und steht nur noch den Radfahrern und Rollern zur Verfügung. Ich schwinge mich auf mein Triathlonrad und schon alleine das Geräusch meiner Laufräder am glatten Asphalt bringt mich zum Grinsen. Auch die Gäste des Mohrenwirts können es kaum erwarten. In Zweier-Teams matchen sie sich am Rundkurs und düsen immer wieder am Ausgangpunkt unter dem Red Bull Bogen durch. Ich flitze der Sonne entgegen und bin fasziniert vom Blick auf den Nockstein, einem schroffen Felsen, der dem Ring eine einmalige Kulisse verpasst. Die gleichnamige Kurve lässt mich Sekunden später dem Berg den Rücken zudrehen und auf die leichte Steigung von 3,8% zusteuern. Vertieft in den gleichmäßigen Tritt nehme ich den Anstieg optisch vorerst nicht wahr, ein Schalten auf den leichteren Gang bleibt jedoch nicht aus und das Tempo verringert sich schlagartig. In der nächsten Kurve wird es dann wieder rasanter, bevor ich mich nach der Kompression auf die lange Gerade Richtung Red Bull Bogen begebe. Einfach genial!

Auch die Gäste des Mohrenwirts zeigen sich begeistert. Befinden sich doch Auto-Rennstrecken meist irgendwo außerhalb von Städten in unspektakulären Gegenden und nicht wie hier in herrlicher Naturkulisse nahe der Mozartstadt und dem Seengebiet.

Jakob Schmidlechner sieht es sportlich: „Am Salzburgring fährt jeder sein Tempo und doch trifft man sich immer wieder. So kann vom Einsteiger bis zum Profi jeder an dem Training teilnehmen.“ Seine Gäste werden extra mit dem hoteleigenen Shuttle zur Rennstrecke gebracht, damit die schmalen Reifen von der Schotterzufahrt verschont bleiben.

Nach knapp einer Stunde ist die Show vorbei, die Sonne verabschiedet sich und nur noch die Augen der Radfahrer strahlen während sie ihre Rennmaschinen aus dem Ring schieben. Danke an alle für diesen einmaligen Trainingsabend.

Hier geht es zum Athletenprofil der Autorin dieses Artikels Cornelia Schierl: https://www.sportalpen.com/athleten/cornelia

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