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175 Jahre Erstbesteigung Großvenediger

„Weltalte Majestät“ wird er aufgrund seines imposanten Erscheinungsbildes auch genannt und er ist mit seinen 3 666 m der höchste Berg im SalzburgerLand – der Großvenediger. Lange galt er als unbezwingbar und selbst der höchste Berg Österreichs, der Großglockner, wurde schon Jahre vor dem Großvenediger erobert.

Der markante, vergletscherte Gipfel ist Teil der Venedigergruppe in den Hohen Tauern und wurde vor 175 Jahren von mutigen Bergbegeisterten zum ersten Mal bezwungen. Die Gemeinde Neukirchen, nördlich des Großvenedigers gelegen, feiert in diesem Jahr in Gedenken an die Pioniere der Erstbesteigung das 175-Jahr-Jubiläum mit zahlreichen Festen und sportlichen Höhepunkten.

Gross-Venediger, Franz Pracher, um 1841

Gross-Venediger, Franz Pracher, um 1841

Die Geschichte der Erstbesteigung
Schon seit jeher übten die schneebedeckten Flanken und steilen Grate des Großvenedigers eine große Faszination auf die Bergsteiger aus und viele Mythen rankten sich um diesen Berg. So dachte man, dass man vom Gipfel bis nach Venedig blicken könne. Der Gipfel, der bis 1797 unter dem Namen Stützerkopf eingetragen war, wehrte sich allerdings vorerst gegen seine Erstbesteigung.

Es war ein adeliger Bergfex, der im Jahre 1828 erstmals eine Expedition auf den Großvenediger startete. Erzherzog Johann, Sohn des österreichischen Kaiserhauses Habsburg, der eine 16-köpfige Gruppe von Bergsteigern für dieses Vorhaben zusammentrommelte. Der Bramberger Oberförster und Jäger Paul Rohregger wurde als Ortskundiger zum Expeditionsleiter erkoren. Am 7. August brach die Gruppe von Bramberg über Neukirchen bis zum Fuß des Gletschers im Obersulzbachtal auf, wo sie auf der Ascham-Alm übernachtete. Nach achtsündigem Anstieg am folgenden Tag über die schwierige Nordgrat-Route, mahnte Paul Rohregger wegen der steigenden Lawinengefahr zur Umkehr. Doch seine Begleiter schlugen die Warnung in den Wind. Kurz unter dem Gipfel löste sich schließlich eine Lawine, die Paul Rohregger, der zur Routenerkundung alleine vorausgegangen war, unter sich begrub und schwer verletzte. So fand dieser erste Eroberungsversuch des Großvenedigers sein jähes Ende.

Die Tafel erinnert an die Erstbesteigung

Die Tafel erinnert an die Erstbesteigung

Gipfelsieg im zweiten Anlauf
Erst 13 Jahre später, am 3. September 1841 initiierte der Mittersiller Pfleger Ignaz von Kürsinger einen neuen Erstbesteigungs-Versuch. 40 Mann stark war die Gruppe, die unter der Leitung der erfahrenen einheimischen Führer Josef Schwab und Franz Scharler von Neukirchen über das Obersulzbachtal mit Übernachtung auf der Ascham-Alm aufbrache. Ebenfalls Mitglied der Expedition war der Wiener Geograf Dr. Anton von Ruthner, ein erfahrener Bergsteiger, bedeutender Tauernforscher und später Mitbegründer des Österreichischen Alpenvereins. Auch Paul Rohregger, der sich von den schweren Verletzungen nach dem gescheiterten Erstversuch erholt hatte, nahm mit seinem Sohn Georg erneut den Gipfelsturm in Angriff. Über die Stierlahnerwand und das Steinkar ging es über den Gletscher bis zur Venedigerscharte. 26 Männer der Expedition stiegen von hier unter der Führung des Fahnenträgers Josef Schwab und Franz Scharler über den Südkamm erfolgreich zum Gipfel auf. Auf dem Gipfel wurde unter patriotischen Rufen die Fahne gehisst, die später dem Museum in Salzburg übergeben wurde.

Der Weg der Erstbesteiger gilt heute als Normalweg und über die Berndlalm und die Postalm steigt man zum Basislager, der 2 558 m hoch gelegenen Kürsingerhütte auf. Auch wenn seit der Erstbesteigung 175 Jahre vergangen sind, hat die „Weltalte Majestät“ an Faszination nichts eingebüßt und heute noch ist die Eroberung dieses Gipfels ein Höhepunkt für alle Bergsteiger.

Die Weltalte Majestät - der Großvenediger

Die Weltalte Majestät – der Großvenediger

Auszug aus dem Jubiläumsprogramm
Neukirchen am Großvenediger steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des 175-Jahr-Jubiläums und feiert die Erstbesteigung mit zahlreichen Events, Lesungen, Sonderausstellungen und Vorträgen.

Auftakt zum Jubiläumsprogramm bildet das Sport-Event „Venediger-Rush – der Berg ist nicht genug“ vom 5. bis 6. Mai. 2016. Der Dreikampf für Hobbysportler startet in der Stadt Salzburg und endet nach 160 Kilometer auf dem Rennrad und 2 500 Höhenmeter zu Fuß und auf Skiern am Gipfel des Großvenedigers.

Neben den von den örtlichen Bergführern regulär durchgeführten Touren hat man vom  16. bis 19. Juli 2016 die Möglichkeit, mit dem tschechischen Extrembergsteiger Radek Jaros den Gipfel zu erklimmen.

Die Akademie Wildkogel eröffnet am 5. August 2016 mit den Neukirchner Kaufleuten und Gastwirten die „Großvenediger-Bilderstraße“ mit 175 Kunstwerken rund um das Thema „Weltalte Majestät“.

Zeitgleich mit der Festwoche vom 3. bis 10. September 2016 findet in Neukirchen auch das 18. ÖAV-Nationalparktreffen in Neukirchen statt. Konzerte, Lesungen, Filmabende, Festabende und die große geführte Jubiläums-Großvenedigertour bilden den Höhepunkt der 175-Jahr-Feier.

Das gesamte Programm und weitere Informationen zur Festwoche finden sie HIER

Fotos: Tourismusverband Neukirchen

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Kommentare

Kommentare

  1. Edith Danzer
    geschrieben von Edith Danzer

    Ich leite die lieben Grüße gerne weiter und gratuliere zum Gipfelsieg vor 25 Jahren!

  2. geschrieben von Roland Wagner

    Ich war vor 25 Jahren zum Jubiläum mit auf dem Großvenediger. Heuer, zum 175ten, kann ich leider nicht (mehr) dabei sein (mit 84). Grüße an die Loisi vom Kreuzhäusel in Neukirchen!

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