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Alpine Sicherheit

Unberührte Tiefschneehänge und perfekt präparierte Pisten in Salzburgs Skigebieten: Ein paar Tipps für Ihre Sicherheit.

Am Start bei der Bergstation zeigt sich ein weites Gipfelpanorama, das in der klaren kalten Luft den Atem raubt. Der Skischuh klickt in die Bindung, die Brille rutscht vor die Augen, und dann wartet der erste Schwung. Manchmal gleicht es fast einer süchtig machenden Droge, wenn uns das Wedeln auf unseren traumhaft präparierten Hängen in den Salzburger Skigebieten wieder in seinen Bann zieht.

Richtiges Verhalten auf der Piste
Kaum jemand mag hier natürlich an Verletzungen oder Skiunfälle denken. Doch was uns Skisportler vor allem zu Fall bringt, das ist ein zu hoher Leistungsanspruch an uns selbst. Denn um ernsthafte Verletzungen zu vermeiden, soll die Devise auf der Piste lauten: Skifahren macht Spaß! Darum müssen die Anforderungen der Piste immer dem eigenen Fahrkönnen entsprechen. Wer seine Fähigkeiten überschätzt und zu hohe Leistungsansprüche an sich selbst stellt, erhöht sein Verletzungsrisiko deutlich. Experten raten hier zu regelmäßigen Pausen, die Übermüdung und Überforderung vorbeugen. Wenn man sich nicht mehr fit fühlt, sollte man für den Tag Schluss machen – speziell Kinder sollten nicht fahren, bis der Lift zusperrt. Selbstüberschätzung und ein riskanter Fahrstil zählen zu den wesentlichen Unfallursachen.

Helm tragen schützt
Ob man auf Carving-, Alpinskiern oder dem Snowboard ins Tal saust – das Tragen eines Skihelms sollte für jeden Wintersportler selbstverständlich sein. Auch starker Alkoholkonsum hat beim Skifahren absolut nichts verloren, viele Unfälle passieren hier zwischen 15 und 18 Uhr, leider auch sehr oft schon, wenn die Lifte eigentlich schon gesperrt sind. Die Pisten werden zu dieser Zeit vielfach schon für den nächsten Tag präpariert und Skifahrer sollten hier zu ihrer eigenen Sicherheit nicht mehr unterwegs sein.

Tourenvorbereitung
Genauso ist es mit unseren unberührten Tiefschneehängen samt endlos weißer Powder: Das Freeriderherz frohlockt vor Freude. Risiko-Reduktion beginnt aber nicht erst beim Verlassen des gesicherten Skiraums, sondern bereits zu Hause. Durch das sorgfältige Lesen des aktuellen Lawinen-Lageberichtes (u.a. auf www.alpin.salzburg.at) kann man bereits die ersten Schlüsse ziehen: Was ist heute grundsätzlich zu verantworten und was nicht? Die richtige Auswahl der Route ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche und genussvolle Tour. Fragen Sie Bekannte, Einheimische oder Quartiergeber, die die Route bereits kennen. Schauen Sie sich alles genau auf der Karte an, dort können Sie auch die Steilheit des Geländes herauslesen.

Unbedingt Notfallausrüstung
Beachten Sie, dass Schnee durch wechselnde Wetter- und Temperaturbedingungen seine Konsistenz verändert. Deshalb immer eine Notfallausrüstung – bestehend aus LVS (Lawinenverschütteten-Gerät), eine Lawinenschaufel, eine Lawinensonde und eine Erste-Hilfe-Ausrüstung samt Biwaksack und Mobilfunk – mitführen. Viele Freerider wollen nicht mehr auf so genannte Lawinenairbags, auch ABS-Rucksack genannt, verzichten. Der Lawinenairbag (ABS-Avalanche Airbag System) ist ein wiederverwendbares Rettungsgerät,  das die Überlebenswahrscheinlichkeit von Personen, die von einer Lawine erfasst wurden, erhöhen soll.

Nur wer absolut orts- und lawinenkundig sowie gut ausgerüstet ist, sollte gesicherte Pisten verlassen. Sicherheitsausrüstungen und Kenntnisse über deren Benutzung sind ein Muss. Passende Sets können in den Sportgeschäften und Skischulen ausgeliehen werden.

FIS PISTENREGELN
1. Rücksicht auf die anderen Skifahrer
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.
2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
3. Wahl der Fahrspur
Der von hinten kommende Skifahrer oder Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.
4. Überholen
Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.
5. Einfahren und Anfahren
Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Skiabfahrt einfahren oder nach einem Halt wieder anfahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.
6. Anhalten
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.
7. Aufstieg und Abfahrt
Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.
8. Beachten der Zeichen
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.
9. Hilfeleistung
Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.
10. Ausweispflicht
Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.

Weitere sehr nützliche Informationen finden Sie auf der offiziellen Website „Alpine Sicherheit SalzburgerLand“

Notrufnummern
Rettung: 144                              Feuerwehr: 122
Polizei: 133                                 Bergrettung: 140
Ärztlicher Notdienst: 141

Dieser Artikel wurde verfasst von unserer erfahrenen Journalistin und Bergretterin Maria Riedler und ist erschienen im SalzburgerLand Skiatlas 2013/2014.

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