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Die Abenteurer vom Club Edelweiß

Sie waren auf dem Kilimanjaro und in der Sahara. Unaufhaltsam erkämpfen sie sich nun seit 125 Jahren zielsicher ihren Weg nach oben. Ja, man kann sagen: Bergsteigen ist mehr als nur ihr Hobby, es ist ihre Leidenschaft: Die Männer und eine Frau des Club Edelweiß.

Reinhold Schmuck ist seit 10 Jahren im Verein mit dabei. Eine Zahl, die er selbst als „nicht so lang“ bezeichnet. Tatsächlich sind viele Mitglieder bereits seit über vierzig Jahren offizielle Bergsteiger im Club. „Was uns vereint ist unsere gemeinsame Begeisterung für die Natur und für die Abenteuer, die man in ihr erleben kann“, erzählt er. Auch Neuzugänge zwischen 20 und 30 kommen immer wieder dazu. 2010 jemand ganz Besonderes: Die erste Frau im Edelweiß-Club, Martina Pannagl, 28.

Wir schreiben das Jahr 1881, als es einigen Mitglieder des Salzburger Trachtenvereins Alpinia nicht mehr reicht, sich für die Erhaltung der Gebräuche und Sitten zu engagieren. Stattdessen treibt es sie hinaus in die Berge, auf spannende Expeditionen und in die Wildnis. Kurzerhand gründen sie den „Geselligkeits-Club Edelweiß“ (übrigens ein Titel der damals viel Trendbewusstsein und Modernität nach außen trug). In diesem Club soll es sich nun zum ersten Mal voll um ganz um die große Leidenschaft der jungen Gründungsmitglieder drehen: Um die Alpen, das Bergsteigen und das Höhenfieber. Der Edelweiß-Club war gegründet.

 Im Bild: Die Wanderer in Nepal

Insgesamt sind im Club durchschnittlich ganze 50 bis 60 Mitglieder verzeichnet. Wer glaubt, dass diese sich mit den heimischen Alpen zufrieden gäben, der irrt sich gewaltig. Seit 125 Jahren machen die erfahrenen Bergsteiger des Vereins vor keinem noch so ehrgeizigem Ziel halt. Eine abenteuerliche Expedition führte die begeisterten Wanderer im Jahre 1955 zu den Spitzbergen, eine Inselgruppe bei Norwegen im Nordatlantik und Arktischen Ozean, die als „weltweit größtes Labor der Arktisforschung“ zählt. Entsprechende Temperaturen herrschten vor.

Zwei Jahre später wagten sich die ehrgeizigen Edelweißler als erste Bergsteiger jemals auf den 8.051 Meter hohen Broad Peak in China, zwölfthöchster Berg der Welt. „Sicher einer unserer großen Meilensteine“, wie Schmuck betont. Denn als echtes Abenteuer fand die Besteigung ohne Hochträger, Sauerstoffgeräte oder Basislagerversorgung statt. Die mutigen Bergsteiger von damals begründeten damit wie selbstverständlich den heute ehrfürchtig genannten „Alpine Stil“.

Seitdem erklommen die Bergsteiger einen beeindruckenden Gipfel nach dem anderen. Den Hoggar in der Sahara (1959), den Hindukusch (1963 und 1965), die Anden (1976), den Kilimanjaro (2004) und viele weitere. Die Alpen waren immer wieder Zwischenziele. Nach und nach erkletterten sich die Edelweißler alle großen Wände der Ost- und Westalpen.

Zu einem Verein gehören natürlich auch Treffen und Veranstaltungen. So feierte das „Edelweiß-Kränzchen“, ein gemütliches Beisammensein von Clubmitgliedern und Freunden, bereits 1882 seine Premiere. Jahr für Jahr wurde das Treffen immer beliebter, heute ist es ein wahrhaft festlicher Akt (siehe Bild oben). „Es ist heute etwas, worauf wir uns alle freuen. Da kommen Gleichgesinnte aber auch Interessierte zusammen.“ Einer der größten Ballveranstaltungen Salzburgs mit 2.500 Besuchern geht ebenfalls von den Edelweißlern aus.

Für Treffen in den Bergen hat der Edelweißclub mittlerweile drei eigene Hütten. Beim Bau der „Edelweißerhütte“ im Tennengebirge auf 2.349 Meter hatten die damaligen Bergsteiger 1921 und 1922 selbst Hand angelegt. Hinzu kamen 1933 die Hütte Sonneck am Rettenbach Riedl und 1978 die Tristl-Hütte am Fuße des Tristlsteiges. Als Notunterkunft sollen die Hütten „jederzeit benutzbar“ sein.

Schon dieses Jahr ist wieder eine ambitionierte Expedition geplant, wie der Bergsteiger Reinhold Schmuck verriet. Im Juli wollen sich die Abenteurer wieder auf die 8.000 Meter des „Broad Peeks“ begeben, jenen Berg, den sie damals 1957 als erste erobert hatten. Schmuck freut sich schon: „Die Berge bieten Freiraum und Luft. Hier kann man endlich das, was im Alltag nicht geht: Sich richtig austoben.“

Der Verein trifft sich jede Woche am Donnerstag im Gasthof zur Einkehr in Salzburg:

Gasthof zur Einkehr
Bindergasse 17
5020 Salzburg

Weitere Infos hier.

Fotocredits: Edelweiss-Club Salzburg

©AndyKocher

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