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Die Außenorgel am Haus für Mozart

Viele Superlative würden einem einfallen, wenn man an die Salzburger Festspiele und ihre Spielstätten denkt. Eine eher unbekannter, jedoch nicht minder beeindruckender Ort inmitten diese weltweit bedeutendsten Festivals der Klassischen Musik, ist die Außenorgel am ‚Haus für Mozart‘. Viele Jahre war sie in Vergessenheit geraten. Durch einer aufwendigen Sanierung wurde sie wieder zum Klingen gebracht  und erfreut seither Besucher wie Einheimische im Toscaninihof mit ihren beeindruckenden Tönen. 

Spielte die Außenorgel in den ersten Jahrzehnten der Salzburger Festspiele noch eine bedeutende Rolle, geleitete den Jedermann an so manchem Abend in den Tod und sorgte auch für die nötige Dramatik bei Max Reinhardts „Faust“-Inszenierung, so geriet sie ab dem Umbau des Kleinen Festspielhauses, dem heutigen Haus für Mozart, im Jahre 1963 in musikalische Vergessenheit.

Die lange Geschichte des Instruments begann jedoch bereits am 13. August 1925 mit der Eröffnung des ersten Festspielhauses für Salzburg – damals noch als reine Innenorgel. Die große Euphorie der kunstsinnigen Stadtbevölkerung über das eigene ‚Haus der Musik‘ musste jedoch bald bitterer Ernüchterung weichen und nach nur einer Saison stand man kurz vor dem finanziellen Aus. Trotz intensivster Sparmaßnahmen blieb die Orgel bestehen und wurde auch regelmäßig gespielt. Mit dem Neubau des Hauses, bei dem auch der Toscaninihof entstand, wurde die Orgel auf 58 Register erweitert, wobei das dritte Manual zur Außenorgel umgebaut wurde. Weltweit eine absolute Rarität. Nun begannen die glorreichen Tage der Orgel. Viele Tausende Kunst- und Musikliebhaber erfreute sie mit ihrer Tongewalt und war aus dem Reigen der Spielstätten der Festspiele nicht mehr wegzudenken. Bis ins Jahr 1963, als bei einem neuerlichen Umbau die Innenorgel offenbar zerstört wurde und die Außenorgel, trotz ihrer Sichtbarkeit, völlig in Vergessenheit geriet. 

Tongewaltige Auferstehung
Bis ins Jahr 2009 schien das Schicksal des Instruments besiegelt und die Orgelpfeifen sollten wohl nie wieder erklingen. Doch dann entdeckte Landeskonservator Ronald Gobiet die völlig verdreckte Orgel und fand völlig verwundert heraus, dass die Orgelpfeifen über dem Bühnentor im Toscaninihof wohl doch keine Attrappen seien, sondern dass sich ein wunderbares Instrument dahinter versteckt, das nur darauf zu warten schien, wiedererweckt zu werden. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler nahm sich des Projekts an und konnte gemeinsam mit Sponsoren die Außenorgel revitalisieren und im neuen Glanz erstrahlen lassen. Noch brauchbare Orgelpfeifen wurden gewaschen, mit Ultraschall gereinigt und vorsichtig gelötet. Wo notwendig, wurden neue Pfeifen nach dem genauen historischen Vorbild hergestellt, Tonventilmagnete mit modernen Materialien verdrahten und Spieltisch und Traktur neu gebaut. 

Einzigartige Außenorgel für eine einzigartige Stadt
Heute strahlt die Orgel wieder im neuen Glanz über dem Bühneneingang im Toscaninihof und mit etwas Glück kann man sie hier auch das eine oder andere Mal den Sommer über spielen hören. Denn vor ausgewählten Vorstellungen erwachen die historischen Pfeifen zu neuem Leben und schnell wird den umstehenden Zuhörern klar werden, dass dieses Instrument wohl etwas Besonderes sein muss. Eben eine außergewöhnliche Orgel, für eine außergewöhnliche Stadt. 

Grossglockner Hochalpenstrasse. Foto: Andreas Kolarik

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