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Eva Walkner im Interview

Die meisten von uns haben den Namen Eva Walkner bestimmt schon einige Male in den Medien gehört bzw. vielleicht auch von ihrem Bruder Matthias, der heuer bei der Rallye Dakar erfolgreich teilnahm und die dritte Etappe gewann. Eva Walkner fuhr zwischen 1995 und 2003 insgesamt 51 Europacuprennen für den Österreichischen Skiverband bis sie ihre Rennlatten an den Nagel hing um sie gegen breitere auszutauschen. Warum und wieso und wie das Leben eines Freeride-Profis aussieht erfährt ihr hier.

Eva, eine Frage, die sich wahrscheinlich viele stellen, wie kommt man zu so einer Sportart wie Freeriden?
Naja, wenn man auf der Piste keine Herausforderung mehr findet und das Skifahren auf brettelebenen Strecken langweilig wird sucht man sich was neues. Aber Freeriden ist noch so viel mehr, ich meide die Massen auf den Skipisten, genieße lieber die Natur abseits vom Skitourismus. Da ist Freeriden die perfekte Sportart für mich. Außerdem ist das Gefühl einen Pulverhang zu befahren unbeschreiblich.

Du warst ja die letzten beiden Jahre verletzungsbedingt kaum auf den Skiern. Was ist passiert?
Ich hatte einen Kreuzbandriss, was ja nichts ungewöhnliches ist und für gewöhnlich nur ein Jahr Auszeit bedeutet. Leider gab es nach der OP Komplikationen und ich musste innerhalb eines halben Jahres drei Mal unters Messer. Danach tauchten andere Probleme auf mit denen ich schlussendlich eine eineinhalb Jahre lange zu kämpfen hatte. Erst vergangenen Mai konnte ich dann wieder zurück zu meinem gewohnten Training um für diesen Winter top-fit zu werden.

Mit dieser Saison feierst du sozusagen dein Comeback auf der Freeride World Tour und das erfolgreich. Wie war deine Saison bis jetzt?
Bisher bin ich mehr als zufrieden. Ich hätte mir selber niemals gedacht, dass ich den ersten World Tour Contest nach meiner Rückkehr gleich gewinnen würde! Mein Ziel war ein Top 5 Platz. Danach noch 2 zweite Plätze und die Gesamtührung. Mein bestes Contest Jahr bisher. Ein wahnsinns Gefühl wenn man für die harte Arbeit so belohnt wird. Viel Schweiß, Tränen, Hochs und Tiefs, Rückschläge und Schmerzen – jetzt bekomme ich alles zurück. Ich hoffe dass ich die gelbe Starnummer noch bis zum Ende der Saison tragen darf. Ein Traum würde in Erfüllung gehen.

Erzähl doch mal wie du dich auf eine Saison vorbereitest und gibt es für dich als gebürtige Kuchlerin spezielle Plätze im SalzburgerLand, wo du dich zum Training gerne zurückziehst?
Ich trainiere 5 Mal die Woche 4 – 6 Stunden im Olympiazentrum Rif. Ein höchst professionelles Training, welches mir mein Trainer Reinest Innerhofer zusammenstellt und mich betreut. Ohne diese monatelange Vorbereitung würde ich die Erfolge nicht feiern. Natürlich nutze ich auch die super Möglichkeiten bei mir daheim. Mountainbiken, Klettern, Berggehen, Riversurfen, Longboarden, Slacklinen, … Alles das haben wir vor der Haustüre, wir leben im Paradies.

Was inspiriert dich immer wieder aufs neue dich in solche Berghänge zu stürzen und wie minimierst du die alpinen Gefahren, wie zb. Lawinen?
Indem ich meine Grenzen kenne, weiß was ich kann aber auch was ich nicht kann. Ich mich so gut es geht informiere, weiterbilde und auf mein Bauchgefühl höre. Nein zu sagen kostet sehr oft mehr Überwindung als einem lieb ist. Die inspiration sind die Berge. Was gibt es schöneres als eine magischen Berg mit Skiern zu befahren, die perfekte Linie zu suchen, idealerweise mit Pulverschnee und Sonnenschein. Nichts anderes gibt mir so viel Energie wie die heimischen Berge. Glückseeligkeit und Zufriedenheit.

Du kommst ja sehr viel in der Welt herum, wo war es für dich bis jetzt am schönsten die Spuren im Schnee zu hinterlassen?
Wenn man so viel reist geniest man es umso mehr wenn man mal daheim sein darf. Dort kenne ich mich aus und dort fühle ich mich wohl. Und ich habe durch meine vielen Reisen gelernt meine Heimat noch mehr zu schätzen. Im SalzburgerLand gibt es extrem viele gute Skigebiete, ich entscheide immer nach Wetterbericht und Schneelage wo ich Freeriden gehe. Jedes Gebiet hat seine Perlen.

Jetzt bist du ja schon einige Zeit als professionelle Freeriderin unterwegs. Wie siehst du die Entwicklung von Freeride, wo wird sie in Zukunft hinführen?
Man muss ja nur 10 Jahre zurückblicken, wie viel Freerider damals im Gelände waren und wie viel es jetzt sind. Ich denke dann ist klar dass dieser Sport einen extremen Zulauf bekommen hat welcher noch lange nicht vorbei ist.

Zum Schluss noch, wie sieht der Rest der Saison aus? Was sind deine Pläne?
Ich versuche so viel wie Möglich daheim zu machen, ein wenig zu shooten und zu Filmen. Wozu zwischen den World Tour Stops leider nur sehr wenig Zeit bleibt. Im April werde ich dann noch die letzten Trainingseinheiten bei uns daheim machen, im steileren und alpinen Gelände. Am 20. April geht es dann nach Alaska zu meiner Expedition die hoffentlich erfolgreich abläuft. Danach gönne ich mir eine lange Auszeit und genieße es daheim auf die Berge zu gehen ohne Druck und Trainingsstress.

 Eva ich danke dir für deine Zeit und wünsche dir noch eine erfolgreiche Saison.
Dankeschön! Bitte Daumen drücken 🙂

Interview: Andy Kocher

Bilder: ©Freeride World Tour, ©Eva Walkner

 

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