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Festspiele für Salzburg

Wie Tradition immer wieder neu sein kann.

Die Osterfestspiele wurden 1967 von Herbert von Karajan gegründet. Inmitten des gesellschaftlichen Umbruchs der damaligen Zeit schaffte der Dirigent eine Insel  der Exklusivität: zeitlose Musik, aufwendige Inszenierungen, erstklassige Regisseure, hochkarätige Interpreten und die besten Orchester. Diese Tradition wurde von den Berliner Philharmonikern als Klangkörper der Osterfestspiele über Karajan hinaus weitergeführt. Im Jahr 2013 beginnt eine neue Zeitrechnung, die sich dennoch der Tradition verpflichtet fühlt.

„ Ich bin ein geläuterter Konservativer, vielleicht die neue Avantgarde. Ich fühle mich sehr in meiner Tradition verwurzelt und bin gerade deshalb in der Lage, neugierig auf anderes zu sein“ sagt Christian Thielemann, ehemals Assistent bei Karajan und nun neuer Leiter der Sächsischen Staatskapelle Dresden, die als Residenzorchester der Osterfestspiele ihr Wirken in die Mozartstadt verlegt. Salzburg und Dresden sind seit über zwanzig Jahren Partnerstädte und gleichen sich in vielen architektonischen Merkmalen, barocke Juwelen am Wasser gelegen, prachtvolle Zentren in der Geschichte der Macht und der Kunst.

Kurfürst Moritz von Sachsen gründete 1548 die Sächsische Staatskapelle, die also das älteste Orchester der Welt ist, das durchgängig bis heute spielt, und als bislang einziges mit dem Preis der Europäischen Kulturstiftung für die Bewahrung des musikalischen Weltkulturerbes ausgezeichnet wurde. Dieser Klangkörper, den Richard Wagner seine „Wunderharfe“ nannte, eröffnet nun mit dem Bühnenweihspiel ihres einstigen Kapellmeisters die besondere Zeit vor Ostern.

Der Parsifal bei den Salzburger Osterfestspielen
Christian Thielemann war 1981 Assistent von Herbert von Karajan, als dieser damals den „Parsifal“ für die Osterfestspiele einstudierte. Im Wagner-Jahr 2013 schließt sich nun der Kreis. „Irgendwie ist der „Parsifal“ das schwierigste Stück Wagners, man muss genau wissen, wo man langsam ist und wo nicht, wo das Stück etwas erzählt und wo es Schwerpunkte zu setzen gilt. Dafür habe ich einige Zeit gebraucht“ beschreibt Thielemann seine Herangehensweise. Die Inszenierung von Michael Schulz vertraut der Poesie und Wirkung der Musik: Die Vorspiele werden bei geschlossenem Vorhang aufgeführt. Danach wird der Operngast nicht in realistische Bühnenbilder sondern in die Fantasieräume der Ausstattung von Alexander Polzin entführt. „Das Publikum will hören, intellektuell gefordert sein – aber eine Opernbühne, die darf auch etwas zum Anschauen bieten. Farben, Effekte. Das Festspielhaus ist diesbezüglich mit feinsten Raffinessen ausgestattet“ lässt der Dirigent kurz hinter den Vorhang blicken. Mehr wird jedoch nicht verraten.

Wie in der Musik des „Parsifals“ setzt auch das Programm von Thielemann klangvolle Höhepunkte: Orchester- und Chorkonzerte, Kammerkonzerte und erstmals das „Konzert für Salzburg“. Christian Thielemann und Myung-Whun Chung, erster Gastdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden, wollen die gläserne Wand zwischen dem Festspielpublikum und den Salzburgern mit der Macht der Musik auflösen. Die Künstler, die Werke von Wagner und Verdi interpretieren, verzichten auf die Hälfte ihrer Gage und ermöglichen eine neue Ordnung bei den Kartenpreisen, die bei sensationellen EUR 15,- weniger als zwei Kinokarten kosten. So soll auch ein junges Publikum Kunst auf höchstem Niveau kennenlernen und genießen können. Ebenso wurde das Abonnement-System geöffnet und nach Ablauf der Vorverkaufsfrist für Förderer können alle Restkarten erwerben.

Osterfestspiele für jedermann!

 

Kartenbüro der Osterfestspiele Salzburg
Herbert-von-Karajan-Platz 9
+43 662 8045 361
www.osterfestspiele-salzburg.at

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