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Heilkraft des Holzes

Lange schon weiß man, dass es nicht nur das Zirbenholz ist, das nachweislich positive Auswirkungen auf unseren Körper hat. Holz ist gesund und Holz stärkt das Immunsystem und verbessert den Schlaf.

„Wenn wir uns mit Holz umgeben“, sagt der Goldegger Erwin Thoma, „so stellt sich unser Körper auf Erholung um.“ In seinem Firmensitz in Goldegg sind wir komplett von Holz umgeben und das mit der Erholung stimmt jedenfalls einmal für mich – auch nach einem langen Interview ist das Raumklima extrem angenehm.
Holz dämmt, schirmt Hochfrequenzstrahlen ab, ist atmungsaktiv und auch winddicht, zählt Erwin Thoma auf. Er muss es wissen, denn Thoma gilt als der Holzexperte Salzburgs landete mit seinen Büchern „Die geheime Sprache der Bäume“ oder „Die sanfte Medizin der Bäume“ bereits Bestseller. 
Thoma verwendet Tannen und Hochgebirgsfichten, „denn diese wachsen langsamer, sind besonders fest, zäh und dauerhaft.“
ErwinThomaDazu gehört natürlich auch die richtige Verwendung von Mondholz, das im Winter bei abnehmendem Mond geschlagen wurde. „Weil es dann optimale Dichte hat und resistenter gegen Schädlinge wie Pilze und Insekten ist.“ Der gebürtige, in Radstadt geborene Pongauer betont, dass es beim Bauen seiner Häuser keine Nägel, „nur Holzdübel“ gebe.  Diese, so sagt er, „sind zu hundert Prozent aus reinem Holz, wir verwenden auch keinen Leim. Das Raumklima in so einem Haus stimmt einfach. Man fühlt sich automatisch wohl.“

Mythos Zirbe
Seit Jahrtausenden macht sich der Mensch etwa die Edelbaumart Zirbe zu Nutze. Draußen in den Bergen schützt sie vor Gefahren. Verarbeitet bringt sie jene Charakterstärke in den Raum, die ihr über Jahrhunderte in der Natur abverlangt worden ist. Der Mythos, mit dem die Zirbe behaftet ist, hat seine guten Gründe. Es ist nicht nur die Gemütlichkeit, die sie schenkt, sondern es sind die vielen zusätzlichen positiven Eigenschaften. Wissenschaftliche Studien haben die positiven Auswirkungen von Zirbenholz auf den menschlichen Organismus nachgewiesen. Mit Holz eingerichtete Räume senken die Herzfrequenz deutlich und die durchschnittliche Arbeitsersparnis für das Herz beträgt so pro Tag rund 3.500 Schläge, das entspricht einer ganzen Stunde.

Gasteinertal Zirben

Kraft der Bäume
Natur sticht Fortschritt. Das war der Wendepunkt in Erwin Thomas Leben. Damit sein Sohn nicht in ein Internat musste, verabschiedete sich Thoma einst von seinem früheren Traumberuf Förster und die Familie zog in den Pongau, in ein modernes Einfamilienhaus. Plötzlich wurden seine Kinder krank: „Sie entwickelten eine Allergie gegen den Holzleim in den Spanplatten.“ Der ausgebildete Ingenieur reagierte prompt: Mutter und Kinder gingen im Sommer auf die Alm, in eine Holzhütte. Vater und Großvater rissen derweil im Tal jede Spanplatte heraus, die sie finden konnten, entsorgten sie im Sondermüll und ersetzten sie durch Massivholz. „Wir haben gehobelt, genagelt und gezimmert. Alles ganz einfach. Aber die Kinder wurden gesund.“

Seit diesem Zeitpunkt war er von der Heilkraft des Waldes überzeugt und immer mehr Studien geben ihm mittlerweile auch Recht. „Holz hat positive Auswirkungen auf unseren Körper. Wenn das Reinheitsgebot eingehalten wird, so stärkt Holz das Immunsystem und verbessert den Schlaf.“ Durch diverse Studien konnte nachgewiesen werden, dass der Mensch auf nicht kontaminiertes Vollholz sofort messbar reagiert: Puls und Herzschlag werden eben ruhiger, das vegetative Nervensystem wird gestärkt, die Tiefschlafphasen werden länger, der Schlaf insgesamt entspannter. „Das hat die moderne Medizin bewiesen, das ist nicht Humbug oder Esoterik. Auch zum Fichtenholz gibt es spannende Untersuchungen. Die Fichte hat genauso einen guten Einfluss wie die Zirbe auf unseren Körper. Wir verwenden ausnahmslos Mondholz. Ich habe das Wissen von meinem Großvater übernommen, da Mondholz resistenter gegen Pilze und Insekten ist.“

UrkraftBäume

Vollholzbau hat auch Auswirkungen auf die Luftfeuchtigkeit. In einem Holzhaus bleibt die Luftfeuchtigkeit in einem vom Menschen als angenehm empfundenen Bereich. Das Holzklima beugt auch der Verbreitung von Milben oder Schimmelpilzen wirksam vor. Massiver Blockbau eignet sich auch für Allergiker und Menschen mit Atemwegsproblemen.
Dass einige seiner Thesen schließlich von mehreren Studien nachgewiesen wurden, erfüllt Thoma sichtlich mit Stolz. „Natürlich bin ich auf viele unserer Entwicklungen, Patente und Projekte stolz. Aber besonders glücklich bin ich, wenn mir Familien schreiben, wie gut sie plötzlich in unseren Holzhäusern schlafen können oder wie es ihnen gesundheitlich im Holzhaus besser geht.“

Tipp: Zirbenweg Gastein
Wissenswertes rund um die Zirbe, die Königin der Alpenhölzer, näher bringen: Der Zirbenweg wurde im Bereich der Bergstation Graukogel auf ca. 1950m angelegt und ist sehr flach gehalten. Rund 45 Minuten benötigt man für den Themenweg, der durch uralten Zirbenbestand (manche der Bäume sind fast 400 Jahre alt) führt und mit speziellen Elementen wie Jausenbank, Zirbenbett und Zirbenschaukel zum Rasten und Verweilen einlädt.

Fotos: Maria Riedler und Gasteinertal

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