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Kirchturm-Uhren von Michael Neureiter

Ein altes Ziffernblatt strahlt auf der Hausmauer, an der Eingangstür leuchten große Minuten- und Stundenzeiger und ein steinernes Turmuhrgewicht liegt in der Nähe des Hauseinganges: Das Haus des Historikers und Theologen Michael Neureiter (64) aus Bad Vigaun kündet von der Leidenschaft des Tennengauers.

Er fotografiert, zerlegt, repariert und reinigt alte Kirchturm- und Großuhren. Ein Schmied in Hallein fertigt die schadhaften oder fehlenden Teile an. Nachdem das Uhrwerk repariert und gereinigt ist, überzieht Neureiter das alte Werk mit einer schützenden Wachsschicht. Diese bewahrt das metallene Werk vor Rost. Gut geschmiert und geölt läuft das Räderwerk wieder jahrelang.

„Im Tennengau sind in elf von dreizehn Gemeinden Turmuhrwerke aus dem späten 16. bis ins späte 19. Jahrhundert erhalten. Das älteste und kleinste Tennengauer Turmuhrwerk tickt  in der Antonius-Kapelle von Schloss Haunsperg in Oberalm“, ist Neureiter stolz. Große, alte Zeitmesser faszinieren ihn schon sein Leben lang. Als Sohn eines Mesners wuchs Neureiter im Gruber-Haus im Halleiner Kirchenbezirk auf. In diesem Haus werkte übrigens einst der Komponist des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“ Franz Xaver Gruber. Das Ambiente prägte Neureiter: „Ich bin im Schatten des Kirchturmes aufgewachsen“, sagt er schmunzelnd. Als Kind war er Ministrant. Bei kirchlichen Anlässen war er öfter in der Wallfahrtskirche auf dem Dürrnberg. Da kletterte er in den Kirchturm und bestaunte das große Uhrwerk, dass die Minuten genau anzeigte. „Im Jahr 1970 wurde das Werkl abgebaut und wartete auf den Transport zum Alteisenhändler“, erinnert sich Neureiter. Er kaufte es dem damaligen Seelsorger ab und brachte es gemeinsam mit einem Freund in seinem alten VW-Käfer nach Hause. Seither ist er von Großuhr-Werken, ihrer Entwicklung und ihrer Funktionsweise fasziniert. Unermüdlich sammelt, dokumentiert, renoviert und erneuert er die Zeitmesser. Neureiter zählt zu den wenigen, die die alten Werke wieder in Gang bringen können. Die Fotos stellte Michael Neureiter zur Verfügung.

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