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Leidenschaft Frühjahrsfirn

Jetzt nach den Osterfeiertagen steigen die Temperaturen endlich wieder an und die verspäteten Frühlingsboten stecken ihren zarten Knospen und Blütenkelche durch die dünn gewordene Schneedecke.

Sibirien-Chic

Viele meinten dieser Winter wäre eine Zumutung. Er mache sich sehr breit, wäre sehr teuer und dauere viel zu lange. Denn schließlich gibt es ja vier Jahreszeiten! Wo waren die Frühjahrskollektionen, die luftig frischen Kleider, die Zeit zum Sonne tanken bei einem Spaziergang durch die Gassen der Altstadt? Dies konnten wir heuer komplett vergessen, murren sie und fügen gleich an…. Stattdessen breitete sich wegen der arktischen Russenpeitsche ein fahler Sibirien-Chic in unserem schockgefrosteten SalzburgerLandl aus. Seit dem 31. März haben wir wieder Sommerzeit – wo war der Frühling? All das schert „Väterchen Frost“ sehr wenig- er ist immer noch da!

Hochgelebte Leidenschaft

Mir und vielen Tourenfreunden wiederum ist es sehr Recht, wenn uns die weiße Pracht noch länger erhalten bleibt. Im Tal kann sich Jack Wolfskin und Mr. Winter natürlich langsam aus dem Staub machen und für Betty Barclay und Fräulein Taille Platz schaffen. Wir aber geben nicht auf und verlegen unsere Leidenschaft in höhere Regionen. Wie jedes Jahr um diese Zeit zieht es uns deswegen ins hinterste Rauris zu den Frühjahrsklassikern wie Sonnblick oder  Hocharn. In der Goldberggruppe herrschen gerade nach solch schneereichen Wintern noch absolute Top-Bedingungen. Vom Bodenhaus fahren wir über die Mautstraße zum Parkplatz Lenzanger, oder wenn freigegeben, direkt zur Sonnblickbasis nach Kolm Saigurn. Dies macht Sinn, verkürzt die Anfahrt in den Talschluss den Aufstieg doch um gut eine Stunde.

Weg zum Hohen Sonnblick (Josef Schiefer)

Häuptlinge und Highlights der Goldberggruppe (Josef Schiefer)

Häuptlinge!

Und da stehen sie – die „3000er Häuptlinge“ der Goldberggruppe. Sonnblick und Hocharn! Der Sonnblick mit 3106m ein imposanter Riese auf dessen Gipfel das Sonnblick Observatorium steht und unmittelbar das Zittelhaus angebaut ist. Ab Mitte März ist das Schutzhaus direkt am Gipfel für Tourengeher geöffnet; ein Luxus, den nur wenige Dreitausender-Gipfel bieten. Dann der Hocharn. Mit 3254m um gute 100m höher, ist er der höchste Gipfel der Goldberggruppe. Die 1700 Hm Abfahrt über die gleißenden Firnhänge des Hocharns gelten als absolutes Tourenhighlight unter den Tourenfreunden.

Der Sonnblick mit 3106m ein imposanter Riese auf dessen Gipfel das Sonnblick Observatorium steht und unmittelbar das Zittelhaus angebaut ist.

Must Have

Also beides absolute „must haves“ im Tourenkalender! Somit ergibt sich für uns Anhänger des Winter-Widerstandes die zeitliche Forderung nach einem verlängerten Wochenende. Besser noch – nach einer ganzen Tourenwoche, mit dem strategisch äußerst günstig gelegenen Stützpunkt der Sonnblickbasis Kolm Saigurn. Diese wird von dem rührigen und sehr engagierten Hüttenwirt Hermann Maislinger bewirtet. Von hier stehen weitere atemberaubende Ziele, wie etwa der Kolmkarspitz, das Alteck oder der Silberpfenning in unmittelbarer Umgebung der beiden Hauptdarsteller.

Stiefmütterchen für den Minirock

Und zum Schluss will ich schwächelnder „Winter-Widerstandskämpfer“ Frieden schließen – mit den gestärkten Minirock tragenden Anhängern von Streusalz, den Besitzern von Vor- oder Schrebergärten, die ihre Frühblüher ob des grausamen Winters nicht pflanzen konnten. Auch mit den Gärtnern, denn sämtliche Stiefmütterchen, Hyazinthen und Hornveilchen wanderten in den Kompost. Florales Massensterben also! So ziehe ich mich geschwächt zurück in höhere Lagen, im Wissen, dort noch bis Ende Mai traumhafte Abfahrten zu erleben und mit der Vorfreude auf den nächsten Winter!

Text: Josef Schiefer

 

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