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Marcel Hirscher – Blick Richtung Winter

Im April hat sich Marcel Hirscher nach der bislang erfolgreichsten Saison seiner Karriere ins Privatleben zurückgezogen. Sein Kalender war leer. Die Tage gehörten ihm, seiner Familie und seinen persönlichen Vorlieben. Getan wurde, worauf er Lust hatte. Radfahren in Spanien, Kajak in Slowenien und Wandern im Salzburger Almsommer. Wir waren die einzigen, die ihn die letzten Monate medial begleitet haben. Auch seine Präsenz auf Facebook, Instagram & Co hat Marcel Hirscher ganz bewusst auf null gefahren und das so kommentiert: „Man muss nicht zu allem seinen Senf dazugeben. Es tut gut, einfach einmal ruhig zu sein.“

Die beiden Seiten des Ruhms
Marcel Hirscher ist nicht nur Spitzenathlet und der weltbeste Skifahrer, sondern auch Vorbild, Idol und Star. Als wir im Juli gemeinsam mit ihm unterwegs waren, konnten wir beobachten, welch Rummel der fünffache Weltcup-Sieger auf der sonst so ruhigen Stuhlalm verursacht. Kleine Fans bettelten um Autogramme und Selfies; Niederländische Gäste hatten ihm Süßigkeiten aus der Heimat seiner Mutter mitgebracht. Marcel Hirscher kann gut mit dem Trubel umgeben, gibt aber auch offen zu: „Den Ruhm kann man lieben, manchmal aber auch hassen.“ Gerade für diese Ehrlichkeit schätzt man den Salzburger Ausnahmesportler: Er ist charismatisch und unangepasst. Und er tut und sagt bei weitem nicht immer das, was man von ihm erwarten würde.

So lange wie möglich kein Schnee
Der mehrmonatige Rückzug ins Privatleben hat Marcel Hirscher sichtlich gut getan. Anfang Juli hat er wieder mit dem Krafttraining bekommen, auf das Gletschertraining in Übersee verzichtet er ganz: „Ich versuche, so lange wie möglich keinen Schneekontakt zu haben. Wir haben noch zu Saisonende das neue Material am Kitzsteinhorn getestet. Mein erster Schneekontakt nach dem Sommer wird in Österreich sein. Das wichtigste für mich ist, dass ich mich auf den Schnee freue. Um zu Höchstform aufzulaufen, muss ich Feuer und Begeisterung spüren.“ Weitere wichtige Aufgabe ist nach dem Abgang des Servicemannes und des Physiotherapeuten die Neu-Formierung des „Team Marcel Hirscher“.

Mehr und mehr leben
Mit seinen 27 Jahren ist Marcel Hirscher immer noch jung, gilt in seinem Sport aber bereits als arriviert und erfahren. An die nächste Saison denkt er zu diesem Zeitpunkt nur sporadisch. Ganz bewusst versucht er, seine Erholungsphasen auszudehnen. „Ich versuche, mehr und mehr zu leben“, gibt er zu. „Ich verstehe mich als hart arbeitenden Menschen. Die Konkurrenz sind für mich nicht die anderen, sondern ich selbst im Lauf gegen die Uhr. Doch es kommen junge Läufer nach, die einen neuen Stil fahren, extrem schnell und dynamisch sind. Dagegen zu halten, ist die Herausforderung. Wenn jemand besser fährt, soll er das tun.“

Spüren, was es braucht
Marcel Hirscher hat den Sommer genutzt. Nicht, um sich neu zu definieren, sondern um sich darüber klar zu werden, was er will. Für den nächsten Winter, für seine Karriere, für sein Leben. Er ist entspannter denn je. Mit ganz klarem Fokus, eisernem Willen und viel Leidenschaft. Die Gelassenheit steht im gut. Der Charme und der manchmal aufblitzende Schalk in den blauen Augen auch. Marcel Hirscher ist nicht nur Spitzensportler, sondern auch Mensch. Mit viel Gefühl. Denn was hülfe die ganze Technik, die Kraft, das Können und das Talent, wäre da nicht auch sein Gespür fürs Wesentliche. Und manchmal braucht es einfach einen Sommer und eine Auszeit, um zu spüren, was im Winter wichtig sein wird.  

Marcel Hirscher zum Kennenlernen.
Diesmal kein Wordrap, sondern ein paar kleine Geheimnisse:

Wusstet ihr, dass Marcel Hirscher …

•    … nichts von dem Motto „think big“ hält? Er denkt lieber in kleinen Schritten – eine Lebensphilosophie, die seine Eltern ihm beigebracht haben.

•    … das Landleben ebenso schätzt wie das Leben in der Stadt. Er liebt die Abwechslung und die Vielfalt.

•    … hervorragend mit Kühen umgehen kann. Als Bub aber Angst vor der Katze auf der Stuhlalm hatte.

•    … schon mit zwei Jahren auf Ski stand. Einfach weil seine Eltern eine Skischule betrieben haben und keinen Babysitter für den Nachwuchs hatten.

•    … manchmal laut darüber nachdenkt, eine Saison zu pausieren. Bislang aber nach eigenen Angaben, einfach zu „feig“ dazu war.

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