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Martin Grubinger – Taktvoll und Schlagfertig

Neben den Makemakes hat auch ein weiterer Salzburger eine entscheidende Rolle beim großen Finale des Eurovision Song Contest am 23. Mai 2015 in Wien gespielt. Martin Grubinger, einer der besten Percussionisten und Schlagwerker* weltweit, zeigte als Intervall-Act vor der Siegerehrung den 200 Millionen Zusehern auf gewohnt eindrucksvolle Art und Weise, was es heißt, wirklich „schlagfertig“ zu sein. 

Ein Leben in Superlativen
Wenn Martin Grubinger (32) eines nicht mag, dann sind das halbe Sachen – das war schon immer so und wird wohl auch so bleiben. Wenn sich der gebürtige Salzburger einer Sache annimmt, dann kennt er nur ein Gas, nämlich Vollgas! Bereits in jungen Jahren setzte er alles daran, professioneller Schlagzeuger bzw. Schlagwerker zu werden. Während andere Kinder und Jugendliche im Freibad tollten, oder auch die Matura machten, saß er im elterlichen Schlagzeugstudio und feilte an seiner Technik und an der Geschwindigkeit. Schon damals immer an seiner Seite: sein Vater, ebenfalls virtuoser Schlagwerker und als Lehrer am Mozarteum in Salzburg und der Musikschule in Mondsee genau der richtige Mann, um das Können des Ausnahmetalents immer weiter in die Höhe zu treiben und zu fördern. Wie heute waren auch damals zehn bis zwölf Stunden proben pro Tag keine Seltenheit und es passierte nicht nur einmal, dass er völlig erschöpft auf einer Trommel oder einem anderen Instrument einschlief und erst am nächsten Tag wieder wach wurde. 

©Felix Broede

©Felix Broede

Heute ist Martin Grubinger einer der besten Percussionisten überhaupt, beherrscht fast alle seiner 500 Instrumente virtuos und ist an sämtlichen großen Opern- und Konzerthäusern der Welt ein gern gesehener Gast. Ihm und seinem Engagement in den letzten Jahren ist es zu verdanken, dass das Schlagwerk als Soloinstrument mehr und mehr anerkannt wird und dass immer mehr Komponisten orchestrale Stücke für Schlagzeugsolisten schreiben – viele davon speziell „dem Grubinger“ auf den Leib. „Die Möglichkeiten des Schlagwerks sind grenzenlos: man kann traditionelle, klassische Musik machen, Samba, Salsa, Tango, afrokubanische Musik, Funk, Rock, Fusion – es gibt eigentliche keine Musikstilrichtung, die populär ist, in der Schlagzeug keine zentrale und entscheidende Rolle spielt. Und das macht mir so viel Freude“, so der musikalische Ausnahmekönner begeistert. Übrigens, pro Konzert verliert Grubinger zwischen zwei und drei Kilo Körpergewicht und jagt seinen Puls bis auf 195 Schläge pro Minute hinauf. Das Rezept für seinen Erfolg beschreibt er so: ein bisschen Talent; Lehrer, die einem die ideale Richtung weisen; Freude und Liebe zum Instrument; Disziplin hoch 3; gescheite Berater, die einem zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Seite stehen.  

©Felix Broede

©Felix Broede

Interval-Act beim Eurovision Song Contest 2015 in Wien
Garantiert am so oft zitierten „richtigen Ort“, befand sich Martin Grubinger am 23. Mai um ca. 23 Uhr. Da hatte er nämlich die große Ehre, die Interval-Show beim Finale des Song Contest zu spielen und einem breiten Publikum, insgesamt ca. 200 Millionen europa- und weltweit, zu demonstrieren, was man am Schlagwerk so alles „aufführen“ kann. Mit an Bord waren 40 Percussionisten und Bläser, der Arnold Schönberg Chor unter der Leitung von Erwin Ortner und die Ebenseer Glöckler. Der Musiker arrangierte hierfür extra ein 9-minütiges Stück, das auf Themen aus Mahler- und Bruckner-Sinfonien ebenso beruht wie auf Motivschnipseln von Leos Janacek oder Iannis Xenakis. „Es soll multikulturell sein, tolerant, weltoffen, aber zugleich mit Bezug auf unsere Wurzeln“, so der begeisterte Marathonläufer, der damit auch beim Song Contest Motto „Building Bridges“ genau ins Schwarze traf. Vor seiner Show drückte er natürlich den Makemakes, Österreichs Vertretern beim Gesangswettbewerb die Daumen. „Die drei Jungs kenne ich schon seit der Jugend. Zwei von denen waren sogar bei meinem Vater im Schlagzeugunterricht.“ Wie gesagt: zur richtigen Zeit am richtigen Ort… 

* unter Schlagwerk versteht man in Sinfonieorchestern all jene Instrumente, die der Rhythmussektion angehören. Beispiele hierfür sind: Große Trommel, Konzerttrommel, Marimbaphon und auch Xylophon.

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