Sie befinden sich hier » SalzburgerLand Magazin » Kunst & Kultur » Nur die Liebe zählt

Nur die Liebe zählt

Das Electric Love Festival findet von 12. bis 14. Juli 2013 erstmals am Salzburg Ring statt. Ob Dubstep, Electro, House oder Drum& Bass, ob jung oder alt, DJs und Liebhaber elektronischer Musik aus ganz Europa feiern gemeinsam inmitten einer einzigartigen Naturkulisse.

Manuel Reifenauer, einer der Geschäftsführer des Veranstalters Revolution Event GmbH, verrät im Gespräch mit dem SalzburgerLand Magazin, was Liebe, Musik und Electric Love für ihn bedeuten.

Wie sieht es mit der Liebe in Deinem Leben aus, welche Rolle spielt sie?

Eine sehr große! Ich hab zwei Kinder, eine Frau. Kinder entstehen aus Liebe. Das passt.

Inwiefern trennst Du  Familie und Eventleben voneinander?

Das ist gar nicht so leicht. Wenn man auf den Job so emotionalisiert ist, dann ist er in jeder Sekunde relevant. Meine Tochter, sie ist vier, kennt alle DJs, die auflegen. Wenn man das Radio aufdreht und den Song eines Interpreten hört, den man vielleicht nicht gebucht hat, ärgert man sich darüber, dass man ihn nicht gebucht hat, WEIL er jetzt im Radio gespielt wird. Man betreibt in jeder Sekunde seines Lebens ein bisschen Marktforschung. Das ist vom Privatleben nicht zu trennen.

Nach welchen Kriterien wurden die DJs, die Musik, die da zu erleben sein wird, ausgewählt?

Das ist natürlich eine sehr subjektive Geschichte. Ich bin ja eigentlich beim Radio, in meinem Brotberuf, und da kann man sehr gut feststellen, was funktioniert, was den Hörern gefällt, auch anhand von Facebook-Likes und YouTube-Klicks.  Jeder Künstler, der bei uns gebucht wird, ist das Ergebnis einer gemeinsamen Entscheidung von uns allen, also wirklich in großer Runde, und da zählt jede Meinung gleich viel. Das ist wirklich ganz wichtig, dass man immer wieder junge Leute dabei hat, die eine Übersicht haben. Es gibt Künstler, von denen haben wir, obwohl wir in dem Geschäft arbeiten, nie etwas gehört und die füllen Hallen! Es ist ein bisschen ein Aktienhandel. Man muss den Künstler natürlich weit im Voraus einkaufen, sozusagen, und dann hoffen, dass die Aktie nicht fällt, sondern steigt.

Die Zusage von David Guetta ist wohl eine sichere Aktie oder?

Die gibt es eigentlich gar nicht, diese sicheren Aktien. Es gibt Leute, die eher dagegen sind, dass Künstler gebucht werden, die massentauglich sind, es gibt diesen Begriff Kommerz. Aber was ist Kommerz, was ist nicht Kommerz…

Das Line-up und die Selbstdarstellung des Festivals beschreiben es als Wohlfühl-Ereignis, man soll drei tolle Tage erleben, und das tut man eher, wenn man etwas hört, …

…dass man kennt. Genau. Wenn jetzt einer, der nicht wahnsinnig viel Zeit in Musik- Recherche und so reinsteckt, einfach ein Durschnitts-25jähriger Salzburger, der im Radio gern Musik hört, weiß, wer der David Guetta ist und hört, dass David Guetta nach Salzburg kommt, dann freut er sich drüber und schaut sich das an. Der wirtschaftliche Aspekt ist nicht ganz unwichtig, man kann mit so einem Festival wirklich viel Geld verlieren. Wir investieren mittlerweile 2 Millionen und ein David Guetta, der verkauft Tickets.  Das ist Fakt.

Die Auswahl der Musik geht trotzdem darüber hinaus: Es gibt vier Bühnen, das open-air Electric Heart Stage im sogenannten Fahrerlager des Salzburg Rings, die Club Circus Stage mit Themenabenden zu London und Berlin, die Talent Stage und die Greenfield Stage am Campingplatz. Hat bei der Wahl der Location ein bisschen Nostalgie mitgespielt?

Natürlich! Wir waren alle am Frequency Festival, als es noch in Salzburg war. Bei einem Festival ist die Location, glaube ich, ein ganz ein wichtiger Aspekt, ob man sich da wohl fühlt, eben, da wären wir wieder beim Wohlfühlfaktor, und ob man jetzt in St Pölten oder Salzburg ist, das macht schon einen großen Unterschied. Wenn man den Salzburg Ring anschaut, überall das Grün rundherum, das ist wirklich ein Traum, man sieht den Nockstein vom Camping-Platz aus, man kann in den Fuschlsee springen und ist in zehn Minuten wieder zurück am Platz, man hat wirklich einfach alles, was das Herz begehrt.

Ihr veranstaltet seit 2007 die unterschiedlichsten Events, warum ein Festival?

Als Kinder haben wir immer den Traum gehabt, Veranstaltungen zu machen, wir haben aufgezeichnet, wie man eine Party macht, irgendwann gab es die ersten Matura-Bälle. Wir sind einfach da rein gestolpert. Inzwischen betreiben wir sehr viele Event-Serien, wir haben ein Zirkus-Zelt, das wir regelmäßig  aufstellen, und wir veranstalten das Stadtfest Seekirchen, wo eine ganze Stadt mit 15.000 Leuten mitfeiert. Das Festival ist jetzt der Punkt, an dem wir uns entschieden haben, groß zu werden, ein Büro zu nehmen, Mitarbeiter anzustellen und nicht mehr vom Kloputzen in Handschuhen zu den Sponsor-Terminen in Anzug und Krawatte alles selbst zu machen.

Habt Ihr Vorbilder?

Natürlich gibt es aus der Generation der Eltern ein großes Vorbild, was solche Veranstaltungen betrifft, Konzerte, die Woodstock-ähnlich waren, wo plötzlich total viele Leute kamen und keiner damit gerechnet hatte…Deswegen diese Liebesgeschichte, love, und electric ist die Beschreibung des Genres. Das ist klar.

Bei Woodstock ging es unter anderem um gesellschaftliche Modelle, Kritik an der Mittelschicht und so weiter. Ist das auch Teil Eures Konzeptes?

Na ja, Kritik… Wir haben kein politisches Motiv, das wir verfolgen, aber dieses Liebesding ist schon wichtig,  dass man ein bisschen netter zueinander sein sollte, ja. Es gibt große Veranstaltungen, es gibt kleine Veranstaltungen, aber immer hat man das gleiche Problem, dass die Leute einfach nicht nett zueinander sind. Der Künstler stimmt, die Location stimmt, es waren viele Leute da aber es war einfach nicht nett. Es ist aber netter, wenn man nett miteinander umgeht. Die Stimmung ist einfach besser.

Da ruft man die Liebe lieber gleich aus?

Genau!

Voriger Beitrag

Zaun mit schräger Optik … »

Nächster Beitrag

Salzburg tanzt … »

Ihre Meinung ist gefragt

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

mit Facebook kommentieren

Kommentare

Kommentare

Bisher noch keine Kommentare

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmen Sie der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen