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Eisspeedway Matador Franky Zorn

Dröhnende Motoren, von Null auf 100 in nur vier Sekunden und das auf einem Motorrad gespickt mit Spikes auf blankem Eis. Oft kleben die Fahrer nahe aneinander, in extremster Schräglage und rasanter Aktion. Salzburgs Eisspeedway-Hero Franky Zorn ist im internationalen Topfeld seit Jahren mit dabei. In der Weltcup Gesamtwertung liegt Franky derzeit auf Platz 5. „Wir haben den Anschluss an die starken russischen Fahrer heuer erfreulicherweise gefunden“, meint der Saalfeldener nicht zu Unrecht stolz. Nachdem es in den letzten zwei Jahren vor allem bei der Technik nicht ganz so gut lief und die russische Konkurrenz nahezu ohnmächtig groß war, ist Franky mit der heurigen Saison bislang mehr als zufrieden. „Eisspeedway ist in Österreich eigentlich keine typische Motorsportart. Bei uns fehlt hier – verglichen mit anderen Ländern – völlig die Infrastruktur“, erzählt Zorn. Im Osten hat diese Sportart einen ganz anderen Stellenwert und wird als „Volkssport“ enorm unterstützt. „In Russland gibt es beispielsweise eine professionelle Liga mit Clubs und einer riesigen Anzahl an Fahrern. Nachwuchs wird von Klein auf gefördert, vergleichbar mit dem Skisport bei uns“.

Talent allein reicht nicht
So gesehen ist der 42-jährige Saalfeldener im Wesentlichen eine „One-Man-Show“. Österreichs Aushängeschild im Eisspeedway ist ursprünglich gelernter Mechaniker und gab sein Renndebüt 1993. Fünf Jahre später feierte er seinen ersten Sieg. 2000 gelang ihm mit dem Vize-Weltmeistertitel ein großer Wurf. 180.000 Schilling hatte er damals aufgenommen und Job und Alltag hinter sich gelassen. Seither folgten eine ganze Reihe Siege und Titel. Mittlerweile stand er insgesamt schon 80 Mal strahlend am Podest. Nur wenige Nicht-Russen haben das im Eisspeedway geschafft. Doch verdienen tut sich der Saalfeldener Franky Zorn – im Unterschied zu ihnen – immer noch nichts mit seinem Sport. Dazu kommt die russische Übermacht. Im Vergleich: Eisspeedway betreiben in Russland 4000 starke Männer – in Österreich sind es nur eine Hand voll. „Die russischen Eisspeedway Fahrer werden in ihrem Land wie Helden verehrt“. Auch wenn Franz Zorn die Eisspeedway-WM 2010/2011 als bester Westeuropäer abschloss, entsprach Rang 9 nicht seinen Wünschen. Acht Russen – also 50 Prozent aller Fahrer – starteten im Grand Prix. Genau diese acht standen auch an der Spitze der WM-Wertung.

Enormer Druck auf Schultern
Nach guten Platzierungen in St. Johann (3. Platz) folgten kürzlich die Rennen in Inzell und – noch ausstehend – in Stockholm. Im Finale in Inzell konnte er nur knapp einen Sturz vermeiden und verletzte sich leicht. Das alles ist für den Top Athleten auch körperlich anstrengend: „Nach den Rennen in Holland etwa bin ich eine Nacht durchgefahren und völlig fertig angekommen. Trotzdem stehst du dann in der Werkstatt und pflegst und putzt gleich wieder deine Maschinen. Ich versuche mich in kurzer Zeit wieder zu regenerieren und für die nächsten Rennen vorzubereiten. Zwischendurch sitze ich am Ergometer und mache etwas Krafttraining, mehr nicht. Heuer waren es von Dezember bis Mitte März etwa 40.000 Kilometer, die ich mit dem Bus zurückgelassen habe. Da gingen geschätzte 9000 Euro allein nur für Sprit auf“, lacht Franky über diese Rechnung und fügt ernst hinzu: „Übrig bleibt da nichts. Für nächstes Jahr suche ich noch einen zusätzlichen Sponsor“.

Angst hat keinen Platz
Nervenaufreibende Verfolgungsjagden mit einer russischen Übermacht. Drei Zentimeter lange Stahl-Spikes erlauben dem Eisspeedway Fahrer das Rennen auf dem Eis. Wie ist es da eigentlich mit der Angst? „Das hat während der Saison keinen Platz, du steckst das einfach weg. Am Ende der Saison, da setze ich mich dann dafür hin und plärre eine halbe Stunde. Da fällt dann alles wie eine tonnenschwere Last von der Schulter. Vorher gibst du einfach alles und denkst nicht darüber nach, was passieren könnte und auf welch hohes – lebensgefährliches – Risiko du dich da eigentlich einlässt“.

Die wichtigsten bisherigen Erfolge von Franky Zorn:
1x Europameister 2008
1x Vizeweltmeister 2000
2x WM-Bronze 2008 und 2009
1x EM-Bronze
3x Vizeweltmeister im Team 2001, 2008 und 2013
3x Bronze Team-WM 1999, 2004 und 2009
1x Bronze Team-EM 2005


Immer schön in die Hocke gehen, und ins Tal verneigen.

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