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Richtstättenweg Passeggen – Spuren von Hexen und Zauberern

Eines der dunkelsten und schaurigsten Kapitel der Geschichte des Lungaus ist wohl das der Hexenverfolgung und -verbrennung. Der Richtstättenweg am Passeggen, unweit von Tamsweg gelegen, macht diese längst vergangene Zeit nun an Originalschauplätzen greifbar und bemüht sich um Aufarbeitung, ohne die damalige Gesellschaft anklagen zu wollen. 

Der Passeggen ist eine kleine Erhöhung zwischen den Orten Tamsweg und St.Andrä. Schon vor 400 Jahren versammelten sich die Menschen aus dem Lungau hier oben – oft, um grausamen öffentlichen Hinrichtungen von Hexen und Zauberern beizuwohnen, denn hier stand über mehrere Jahrhunderte die Richtstätte des Pfleggerichtes Moosham. Inszeniert wurde dieses brutale und erbarmungslose Schauspiel von Obrigkeit und Kirche, um Macht und Stärke zu demonstrieren und um die Menschen einzuschüchtern. Das bekannteste Opfer der Hexenverfolgung ist wohl die legendäre Staudinger-Hexe, die wegen ihrer Besenritte im Jahr 1682 zum Tode verurteilt und am Passeggen auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde. 

Einzigartiger Weg in Europa
Der Richtstättenweg Passeggen, eröffnet im Mai 2012, beschäftigt sich mit der Geschichte der Hexenverfolgung und der Gerichtsbarkeit im Lungau. Die Richtstätte und die Brandstätte, an der die Staudinger Hexe und alle anderen vermeintlichen Hexen und Zauberer öffentlich verbrannt wurden, sind heute Orte des Gedenkens und noch immer im Originalzustand. Das ist es auch, was diesen Weg so speziell und einzigartig macht, denn in ganz Europa findet man keinen zweiten Platz, an dem man diesen Teil der Geschichte an unveränderten Schauplätzen erleben kann. Unter dem Waldboden liegen noch immer die Mauerreste des Galgens und der Hinrichtungsstätte sowie, weiter darunter, die sterblichen Überreste der Hingerichteten. 

Der 3 km lange und gut ausgebaute Rundweg führt teilweise durch den Wald, vorbei an Wiesen und Feldern. Immer wieder werden die Besucher und Wanderer mit einem atemberaubenden Blick auf die Lungauer Bergwelt belohnt. Wie es zu den Hexenprozessen kam, wie die Gerichtsordnung aussah und wer hinter den Delinquenten und den Richtern stand, wie ein Proszess ablief und welche Leiden die Gefangenen über sich ergehen lassen mussten, kann man auf den Informationstafeln am Richtstättenweg Passeggen nachlesen. Bei dem Gedanken daran, sich tatsächlich am Ort des Geschehens zu befinden, wird den zart-beseiteten unter uns dann und wann schon das kalte Schaudern über den Rücken laufen. Zwischen den einzelnen Stationen hat man Zeit, das Gelesene und Gesehene auf sich wirken lassen und verarbeiten.

Nach dem Rundweg lädt der Gasthof Andlwirt dazu ein, sich mit lungauer Spezialitäten zu stärken und nochmals über das Erlebte in gemütlicher Runde zu sinnieren.  

Richtstättenweg Passeggen
5572 Paßeggen
www.hexenundzauberer.at

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