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Salzburgs berühmte Töchter

Salzburgs berühmten Sohn, die Rede ist von Wolfgang Amadeus Mozart, kennt jeder. Aber Salzburg hat auch einige bedeutende Töchter, die durch ihr Wirken Spuren hinterlassen haben. Auf einem Spaziergang durch die Stadt sind wir diesen Spuren gefolgt und haben dabei interessante historische Persönlichkeiten kennengelernt. Wir beginnen unsere „Frauentour“ bei der Nonntaler Brücke am Rudolfsplatz. Nicht alle wissen, dass diese Brücke über die Salzburg auch Karolinenbrücke heißt. Diesen Namen verdankt sie Caroline Auguste (1792 – 1873), die in zweiter Ehe mit Habsburg Kaiser Franz I. verheiratet war. Caroline Auguste setzte sich sehr freigiebig für Erziehungswesen und Bildung ein.

Entlang der Salzach wandern wir in die Griesgasse 4, dem Geburtshaus der Schriftstellerin Irma von Troll-Borostyani (1847 – 1912). Die Frauenrechtlerin kämpfte zeitlebens gegen das kleinbürgerliche Denken Salzburgs. Mit ihrem Buch „Die Mission dieses Jahrhundert. Eine Studie über Frauenfragen“ erregte sie viel Aufsehen.

In die Männerwelt der Münzpräger drang Barbara Thann bereits im 16. Jahrhundert ein. Nach dem Tod ihres Gatten leitete sie ab 1552 dieses lukrative Gewerbe. Ihre Münzstätte „Haus in der Zell“ steht im heutigen Badergässchen.

Von hier führt uns der Weg in die berühmte Getreidegasse. Nummer 28 war das Wohnhaus der in ganz Europa berühmten Harfenspielerin Marie Mösner (1818 – 1884). Erste Erfolge hatte sie auf Konzertreisen mit ihrem Bruder. Nach dessen Tod musste sie sich ihren Platz in der Musikwelt wieder zurückerobern, was ihr auch gelang. Die überaus erfolgreiche Laufbahn als Kammervirtuosin fand mit ihrer Eheschließung ein Ende.

In der Sigmund Haffner Gasse 6 treffen wir auf Salome Alt, die 1586 hier zur Welt kam. Als Geliebte und Lebensgefährtin von Erzbischof Wolf Dietrich schenkte sie im 15 Kinder und war Gastgeberin fürstlicher Hofhaltung. In der Gesellschaft wurde sie nur geduldet.

Gleich ums Eck, im Ritzerbogen, führte Johanna Maria Sedelmaier (1811 – 1853) einen Tabakladen. Damit finanzierte sie sich ihr Leben und konnte nebenbei ihrer Leidenschaft fürs Schreiben nachgehen. Der Tabakladen wurde zum beliebten Treffpunkt von Literaten, darunter etwa Nikolaus Lenau und Franz Grillparzer. Auch heute findet sich hier noch eine Tabak-Trafik.

Weiter geht es am Cafe Tomaselli vorbei. Hier kreuzt der Name Mozart unseren Weg. Eine Gedenktafel erinnert daran, dass in diesem Haus Constanze Mozart mit ihren Kindern und ihrem zweiten Mann, Georg von Nissen, lebte.

Über den Alten Markt, den Residenzplatz und den Mozartplatz kommen wir zum Waagplatz 6. Hier wohnte Barbara Krafft (1764 – 1825), die Tochter des k.k. Kammermalers Johann Steiner, die von ihrem Vater zur erfolgreichen Portraitistin ausgebildet wurde.

Weitere künstlerisch engagierte Frauen lernen wir am Mönchsberg kennen. In der Esinger-Villa lebten die Malerin Adele (1844 – 1923) und ihre Schwester Hermine (1852 – 1939), Pianistin und Orgelvirtuosin. Die beiden luden zu wöchentlichen Lese- und Musizierstunden und pflegten so einen großen Freundeskreis.

Auf die Spur einer der bedeutensten Vertreterin der Salzburger Nachkriegsmalerei treffen wir ein paar Häuser weiter. In der Atelierwohnung von Agnes Muthspiel (1914 – 1966) trafen sich nach 1945 zahlreiche Künstlerinnen, die Malerei als Lebenskunst betrieben.

Hoch über den Türmen und Dächern der Stadt spazieren wir über den Festungsberg zum Stift Nonnberg. Hier wirkte im 8. Jahrhundert die Heilige Erentrudis als erste Äbtissin des ältesten Frauenklosters nördlich der Alpen.

Von hier führt uns der Weg über das Kaiviertel zurück in die Altstadt. Nach einem Vormittag gefüllt mit interessanten Informationen über Salzburgs berühmte Töchter, haben die Füße eine Pause verdient. Ein paar mehr Frauenspuren gibt es noch, die müssen auf ein nächsten Mal warten. Wer sich intensiver mit der weiblichen Seite der Stadt Salzburg auseinandersetzen will, dem sei ein Spaziergang mit den Salzburger Fremdenführerinnen ans Herz gelegt.

© Ulli Hammerl

 

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