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Sonnblickrennen – Auferstehung einer Legende

Viele Mythen ranken sich um das Sonnblickrennen in Rauris, das zu seiner Zeit schon auf der Abfahrt durch hochalpines Gelände sportliche Helden hervorbrachte. Nach sechseinhalb Jahrzehnten wird am 19. März 2016 diese Legende durch den Pioniergeist eines jungen Skitourensportlers wieder zum Leben erweckt.

Es war vor 130 Jahren, als auf Betreiben des Rauriser Goldbergbaubesitzers Ignaz Rojacher das weltweit bekannte Sonnblick-Observatorium errichtet wurde. Ignaz Rojacher und Wilhelm Ritter von Arlt waren es auch, die das Skifahren von einem Ausflug nach Schweden mit Heim nach Rauris brachten und am 5. Februar 1894 fuhr Arlt als erster in 32 Minuten vom Sonnblick nach Kolm Saigurn ab. „Wenn man die alte Ausrüstung in Betracht zieht – Holzski ohne Kanten, Lederschuhe und Riemenbindung – dann war dies eine höchstsportliche Leistung“, meint Wolfgang Waraschitz, der Organisator der Neuauflage des Sonnblickrennens.

Wiedergeburt einer Legende
Der 33-jährige Bergretter und Hundeführer aus Rauris ist selbst leidenschaftlicher Tourengeher und den Gipfel des Sonnblicks hat er unzählige Male bezwungen. Immer wieder hörte er dabei Geschichten der historischen Rennen und erzählt: „In den Jahren 1937 und 1947 bis 1950 führte der Salzburger Landesskiverband vom 3.106 m hohen Gipfel des Sonnblicks bis nach Kolm Saigurn durch. Die Bestzeit für die Abfahrt über 1.600 m liegt bei sagenhaften 7 Minuten und wurde 1947 von der Salzburger Skisprunglegende „Bubi Bradl“ aufgestellt. Schon damals war ein Nenngeld zu bezahlen – zu gewinnen gab es aber nichts – außer die Ehre! Zeitzeugen erzählten mir, dass die rund 50 Teilnehmer damals mit dem Fahrrad zum Start nach Kolm Saigurn in Rauris kamen und ihr gesamtes Gepäck selbst im Rucksack mit nach oben tragen mussten. Mich faszinierten die Geschichten und schon seit einiger Zeit geisterte die Idee durch meinen Kopf, das Rennen wiederauferstehen zu lassen und als mich letztes Jahr ein Kreuzbandriss außer Gefecht setzte, begann ich dann einfach zu organisieren.“ Jede freie Minute investierte der Kfz-Sachverständige seitdem in die Vorbereitungen für das Rennen und darf sich über eine gut gebuchte Teilnehmerliste mit einigen Top-Skibergsteigern aus dem ganzen Alpenraum freuen.

Wolfgang Waraschitz, Organisator des Sonnblickrennens.

Wolfgang Waraschitz, Organisator des Sonnblickrennens.

Einziges hochalpines Rennen Österreichs 
„Im Gegensatz zum historischen Rennen gibt es 2016 aber zusätzlich eine Aufstiegswertung. Die Abfahrt vom Hohen Sonnblick wird im zweiten Teil des Rennens bestritten. Auch findet das Sonnblick-Rennen – als einziges hochalpines Tourenskirennen in Österreich – nicht auf Skipisten oder in Liftnähe statt, sondern, so wie früher, in ursprünglicher Natur, in hochalpinem Gelände des Nationalparks Hohe Tauern. Während für die einen Teilnehmer das Ziel bereits am Gipfel des Sonnblicks erreicht ist, machen sich die anderen Teilnehmer dort erst für die rasante Abfahrt im Gelände bereit. Denn für diese Klasse ist das Ziel erst wieder in Kolm Saigurn. Gemeinsam mit dem Alpenverein und zahlreichen Helfern von Bergrettung, Naturfreunde und Gemeinde Rauris werden wir die Strecke vorbereiten, spuren und sichern. Vom Shuttleservice für die Teilnehmer bis zum Startgelände, dem Vorspuren der Rennstrecke, Positionieren der Streckenposten, Transport der Wechselkleidung auf den Gipfel – es sind viele Dinge zu organisieren, die beim historischen Rennen wohl noch nicht relevant waren. Spielt das Wetter am Haupttermin, dem 19. März, übrigens nicht mit, wird das Rennen aus Sicherheitsgründen um eine Woche verschoben und am 26. März ausgetragen“, erzählt Wolfgang Waraschitz über die Vorbereitungen.

 
Doch auch die Teilnehmer müssen für dieses Rennen gut vorbereitet sein und alpine Bergerfahrung wird für die Anmeldung vorausgesetzt. „Man darf nicht vergessen, dass man sich bei Aufstieg und Abfahrt immer im freien Gelände befindet – inklusive Tragepassage über die Rojacherquerung. Das setzt auch für die Teilnehmer alpine Erfahrung und entsprechendes Equipment voraus. Im Rucksack müssen unter anderem Notfall-Kleidung, ausreichend Flüssigkeit und je nach Verhältnissen eventuell Steigeisen, Klettergurt und Klettersteigset für die Rojacherquerung mitgeführt und das LVS-Gerät am Körper getragen werden“, verrät der erfahrene Bergsportler, der durch die Vorbereitungen in diesem Winter selbst wenig Zeit fürs Tourengehen hat. Doch angesteckt vom Pioniergeist der „alten Macher“ des historischen Sonnblickrennens verkündet Wolfgang Waraschitz mit Überzeugung: „Wenn die Premiere des Sonnblickrennens ein Erfolg wird, darf man mit einem weiteren Rennen 2017 rechnen!“

Weitere Informationen unter www.sonnblickrennen.at
Fotos: sonnblickrennen.at

© Manzoni/NordicFocus.

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