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Stille Nacht-Ort Hintersee: Mohrs erste Pfarre

In Hintersee hielt es Joseph Mohr lange – von 1827 bis 1837 war er in der beschaulich-schönen Ortschaft im SalzburgerLand tätig. Länger arbeitete er nur in Wagrain. Heute erinnern unter anderem ein Porträt, eine kleine Mohr-Gedenkstätte und eine neue Joseph Mohr-Gedächtniskapelle an die lange Anwesenheit des Textdichters von „Stille Nacht“. 

Das Leben als Priester bedeutete für Joseph Mohr ein Leben in Wanderschaft. Bis 1827 wechselte er seine Dienstorte häufig – nach Oberndorf, wo er 1818 gemeinsam mit Franz Xaver Gruber erstmals „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ vor Publikum aufführte, wurde er nach Kuchl beordert, von dort aus ging er 1820 nach Golling, nur ein Jahr später nach Vigaun, dann nach Anthering, Eugendorf und Hof. 1827 verschlug es ihn schließlich nach Hintersee im SalzburgerLand. Ein Jahr lang war er dort als Vikariatsprovisor beschäftigt, bevor er 1828 die Stelle des Vikars übernahm. Hintersee wurde zum Vikariat aufgewertet und war die erste Pfarre, die Mohr selbstständig verwaltete. Joseph Mohr galt während seiner Zeit in Hintersee als leutselig und friedliebend – die Einheimischen dürften viel von ihrem Vikar gehalten haben. 1834 wurde trotzdem eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet, und zwar wegen nachlässiger Erfüllung der Berufspflichten. Jedoch wurde Joseph Mohr wenig später rehabilitiert – die Anschuldigungen stellten sich als haltlos heraus. Bis 1837 blieb er in Hintersee – für Mohr eine durchaus lange Zeit. Nur an einem Ort hielt es ihn noch länger: in Wagrain. Dort verstarb der Priester im Jahr 1848. Aber davon wollen wir ein anderes Mal erzählen. 

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Joseph Mohr in Hintersee: Kirche, Museum und Gedächtniskapelle 
Ab 1827 arbeitete Joseph Mohr als Vikariatsprovisor und von 1828 bis 1837 als Vikar in Hintersee. Von dieser langen Zeit in der schönen kleinen Gemeinde im Bezirk Salzburg-Umgebung zeugen heute eine Gedenktafel und ein Mohr-Porträt in der Kirche und eine Bronzeplastik vor der Kirche. Im Joseph Mohr-Haus wurde eine kleine Mohr-Gedenkstätte für den Textdichter eingerichtet. Dort sehen wir einige Originalexponate aus der Priesterzeit von Joseph Mohr und ein schönes Priestergewand, das aufwändig gearbeitet und dem Originalgewand nachempfunden wurde. Und seit Herbst 2016 gibt es eine ganz neue Sehenswürdigkeit: Die Joseph Mohr-Gedächtniskapelle. Die müssen wir uns natürlich aus nächster Nähe anschauen. Gleich nach dem munter dahinplätschernden kleinen Bach biegen wir rechts ab und spazieren am Wasser entlang Richtung Wald. Dieser Weg ist übrigens auch mit Kinderwagen bestens befahrbar. Und wunderschön: Den Bach zur einen Seite, die Berge zur anderen Seite – und vor uns liegt die neue Joseph Mohr-Gedächtniskapelle, die zu Ehren von Joseph Mohr errichtet wurde. In Zukunft soll ein Stille Nacht-Themenweg zur Kapelle führen. Aber schon jetzt sind die Kapelle, das Museum, die Kirche und überhaupt der gesamte Ort Hintersee ein sehr schöner Ausflug mit Kind und Kegel oder zu Zweit, auf den Spuren von Joseph Mohr und „Stille Nacht“. 

Joseph Mohr-Haus (Puppenstubenmuseum, Mohr-Gedenkstätte)
Hintersee 4
5324 Hintersee
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag von 12.00 bis 17.00 Uhr
November und April geschlossen

Fotocredits: © RoCh
Fotocredits Titelbild: © SalzburgerLandTourismus

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Kommentare

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  1. geschrieben von Gregor Wolfgang Klaus Resch

    Mit allergrößter Freude habe ich die Darstellungen des Entstehens dieses einmalig schönen Lieds „STILLE NACHT“ verfolgt. Dieses Lied ist mein Lied – das einzige, welches ich singe! Vor über 70 Jahren durfte ich bei der Theater- Aufführung dieses Stückes beim hiesigen Bayernverein der kleine Bub sein, der den Text und die Noten zwischen dem Pfarrer Mohr und dem Lehrer Gruber hin und her zu tragen hatte, während mein Vater auf der Bühne mit seiner Zither hingebungvoll dieses Lied erklingen ließ und die Zuhörer im verdunkelten Riesensaal vor Rührung zu schluchzen, zu weinen und zu schneuzen begannen!! Dieses Lied, meine Theater-Mitwirkung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und die nach vielen Jahrzehnten folgenden Auswirkungen dieses ergreifenden und sehr tief zu Herzen gehenden Lieds auf meinen vieljährigen Expeditionen in meinem geliebten AMAZONAS-Regenwald gehören für mich zu den größten und nachhaltigsten Erlebnisse meines sehr abenteuerlichen Lebens. Im kommenden Jahr möchte ich unbedingt die Orte im Salzburgerland besuchen, welche die Stationen des Pfarrer Mohr und somit die geschichtlichen Entstehungsstationen von „STILLE NACHT, HEILIGE NACHT“ waren und ein zu verfassendes Exposé hierzu möchte ich auch meinen Amigos in Peru und Guatemala zukommen lassen und meinen langjährigen treuen amigo, Professor Osiel Gonzalez, sowie die Vize-Präsidentin der MAYA-Nachkommen und deren in der Universität von Xela/Quetzaltenango für die indigenen Sprachen als Professorin tätige Mutter darum bitten, dieses Lied samt erklärendem Expose in die alte MAYA-Sprache zu übersetzen, damit Millionen dieser lieben Menschen das Lied in- und auswendig kennen und lieben lerne könnenn!

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