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Trike-Fliegen in Zell am See

„Nur fliegen ist schöner!“, heißt es oft. Das habe ich ausprobiert und zwar mit einem Ultraleichtflugzeug. Fazit: Stimmt.

„Ist das eh nicht gefährlich?“, frage ich. Ich stehe gerade bei 30 Grad Celsius im Sommer mit meiner Primaloft-Winterjacke, langer Hose und Handschuhen bekleidet am Flughafen von Zell am See.
Und hier frage ich mich, ob das schon eine gute Idee von mir war – das Trike fliegen.

Merke: Es gibt sogar einen „Plan C“
Weil, ganz ehrlich, ich habe gerade ein wenig … naja, nennen wir es „Respekt“. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob die Höhe wirklich etwas für mich ist. Und ob das kleine Flugzeug in der Luft nicht vielleicht sehr wackelt.

Los geht's - mit Pilot Martin Guggenbichler! Ein bisschen mulmig ist mir schon zumute.

Los geht’s – mit Pilot Martin Guggenbichler! Ein bisschen mulmig ist mir schon zumute.

Martin Guggenbichler von MG Airsports, mit dem ich gleich fliege, beruhigt mich: „Nein, da passiert nichts! Sollte wirklich der Motor ausfallen, segeln wir weiter. Und sollte das Allerschlimmste passieren, dass dann auch noch die Segel kaputt gehen, schieße ich uns mit einer Rakete, die im Rumpf des Trike versteckt und an der ein großer Fallschirm befestigt ist, hinaus.“

Wie genau das passiert, weiß Pilot Martin nicht, denn es war noch nie nötig, sagt er. Und das, obwohl er in seinem Leben bereits Tausende von Stunden in der Luft war.
Ok, das beruhigt mich. Es kann los gehen … bevor mir noch zu heiß wird!

Merke: Wow, das ist richtig cool!
Die warme Kleidung ist übrigens nötig, weil wir rund 4.000 Meter hoch fliegen wollen, über den Hochkönig, mit seiner Höhe von 2941 m das höchste Gebirge der Berchtesgadener Alpen, und dort oben ist es kühl.

Ein Trike ist ein kleines, sehr leichtes Flugzeug für maximal zwei Personen, das von einem Motor angetrieben wird (Propeller). Es wird auch Ultraleichtflugzeug genannt. Das Fahrwerk hat drei Räder, das Tragwerk erinnert an einen Drachenflieger (Hängegleiter).
Das Tolle: Man sitzt quasi richtig in der Luft und hat rund um sich herum nur Himmel – keine Wände, wie im Hubschrauber.

Beim Start hüpft das Herz noch ein bisschen, aber kaum sind wir in der Luft, kommt die Faszination. „Wow, das ist sooo cool!“, juble ich in mein Helm-Mikrofon, als wir über den Zeller See zischen. Wackelig ist es übrigens gar nicht.

Wir schweben über den Zeller See hinweg in Richtung Hochkönig.

Wir schweben über den Zeller See hinweg in Richtung Hochkönig.

Merke: Kreischen kann man auch vor Begeisterung
Während des Fluges in Richtung Hochkönig erzählt mir mein Pilot, der vor mir sitzt, Wissenswertes über die Gegend und beantwortet meine Fragen über das Fliegen.
Wir steigen höher und höher und sehen das Matrashaus hoch auf den Felsen. „Warte, ich fliege es näher an, dann kannst du bessere Fotos machen“, sagt Martin und geht mit mir auf „Sturzflug“.

Im Nahflug geht es über das Matrashaus am Hochkönig.

Im Nahflug geht es über das Matrashaus am Hochkönig.

Hinter ihm kreische ich ins Mikro, aber nicht vor Angst, sondern vor Begeisterung. Jetzt habe ich „Blut geleckt“, wie es so schön heißt. Ich will mehr!

Hinter Martin kreische ich ins Mikro, aber nicht vor Angst, sondern vor Begeisterung.

Keine Angst, nur Begeisterung!

Merke: Wer winkt, dem wird gewunken
Also lassen wir den Hochkönig hinter uns und verringern unsere Flughöhe. „Dort unten wohnt ein Feund von mir, dem winken wir jetzt – vielleicht ist er daheim!“, meint mein Vordermann.
Eh klar, da bin ich dabei! In recht geringer Höhe sausen wir über das Haus, vor dem ein Mann steht: Wir winken, er winkt zurück. Wieder rauf, mehr Höhe gewinnen, eine Schleife drehen und das ganze nochmal. Yeah!

Nachdem Martin mitbekommen hat, dass ich kein „Mimöschen“ bin, zeigt er mir ein paar Tricks: Gas geben, Gas geben, Gas geben … und dann das Trike plötzlich hochziehen. Der Magen kommt später nach, aber „cool, cool, cool ist das“, attestiere ich.

Merke: Die Zeit vergeht wie im Flug
Mittlerweile haben wir die Burg Hohenwerfen erreicht, die sensationell von oben ausschaut, ebenso die Sprungschanze von Bischofshofen, auf der einige Skispringer gerade Trockenübungen machen.

Dann geht es schön langsam zurück. Kurz vor dem Zeller Flughafen gibt Martin per Funk durch, dass wir gerne landen wollen. Landeerlaubnis erteilt – und schon sind wir wieder unten.

Die Burg Hohenwerfen schaut sensationell von oben aus.

Die Burg Hohenwerfen schaut sensationell von oben aus.

Die Zeit ist im wahrsten Sinne des Wortes „wie im Flug“ vergangen.
Das war ein richtig tolles Erlebnis – zum Glück habe ich mich getraut.

Merke: Liebe ist doch schöner als Werbung
„Theresa, ich liebe dich! Willst du mich heiraten?“, sagt mir dann Martin noch nach unserer einstündigen engen Zweisamkeit in luftiger Höhe. Hm? Ach so – nur, weil er das (oder ähnliches) gern einmal hinter seinem Trike herziehen möchte, gesteht er mir.
MG Airsports bietet nämlich auch Banner-Flüge an: „Bis jetzt war es aber immer nur Werbung, z. B. für den Winterschlussverkauf eines Sportartikelhändlers“. Romantiker sind also herzlich willkommen!

Sie möchten auch einmal als Passagier mit dem Trike fliegen (geht auch im Winter!), Bannerwerbung machen oder gar selbst die Ausbildung zum Trike-Piloten absolvieren?
Hier geht es zur Homepage mit allen Infos: MG Airsports

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