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Von Nostalgiebrettern bis zu High-Tech-Schiern

Männer die in längst vergangenen Tagen beim Schifahren Kniebundhosen, Hut und Krawatte trugen, Bretter die fast nur aus Holz bestanden und die Ausrüstung von Olympiasiegerinnen und Weltmeister zeigt das Landesschimuseum Werfenweng im Salzburger Pongau.

Petra Kronberger, Michael Walchhofer, Felix Gottwald und Bubi Bradl zählen zu den erfolgreichsten Österreichern auf zwei Brettern. Kronberger und Walchhofer sind Weltmeister im alpinen Schilauf, der nordische Kombinierer Felix Gottwald glänzte auf der Schisprungschanze genauso wie auf der Loipe und Bubi Bradl zählt zu den Pionieren im österreichischen Schisprung. Ihre Schier, ihre Kleidung und Pokale sind im FIS-Landesschimuseum Werfenweng zu sehen.

Während heute die Jagd nach Hundertstel-Sekunden und nach Schanzenrekorden diesen Sport bestimmen, waren Schier in längst vergangenen Zeiten für die Fortbewegung im Tiefschnee überlebenswichtig. Die ersten Exemplare soll es bereits vor mehr als 8000 Jahre vor unserer Zeitrechnung gegeben haben. Sie wurden zum Jagen und Sammeln verwendet. Langsam entwickelten sich die zwei Bretter weiter. Im 19. Jahrhundert gab es den einfachen Schi aus hartem Eschenholz mit einer Lederbindung. 1895 fanden bereits die ersten Salzburger Schirennen mit Preisen für die Sieger in Annaberg-Lungötz und St. Martin am Tennengebirge statt. Nach dem zweiten Weltkrieg verlief die Entwicklung bis zum heutigen Hightech-Gerät rasant. Im Werfener FIS Landesschi-Museum sind über 3000 Exponate von damals bis heute ausgestellt.

2000 Paar Schier, Bekleidung, Schuhe, Bindungen, Wachs sowie Sprungschanzenpläne, Pokale und Bilder
Kustos Hans Müller weiß zu jedem Exponat die Geschichte. Er erzählt über die Technik, das Material und über Schipioniere. Einer davon ist der Wahlniederösterreicher Mathias Zdarsky (1856 bis 1940). Er ist einer der ersten Schilehrer und Begründer des Torlaufes in Österreich. Auch vom Halleiner Rudolf Lettner gibt es einiges zu berichten. Der Tourengehner stürzte 1917 auf der Tauernscharte im Tennengebirge ab. Damit ihm das nicht mehr passiert, befestigte er eine Uhrfeder als Stahlkante auf seinen Brettern.1928 ließ er die Stahlkante patentieren. Auch einen der ersten Rettungsschlitten für Verunglückte gibt es zu bestaunen. Ungefedert ging es da – knapp über dem Boden festgezurrt – holprig bergab. Müller erzählt: „Es dauerte manchmal 24 Stunden, bis der Verunglückte ins Krankenhaus kam.“

Müller kennt alle Exponate seines Museums so gut wie seine Westentasche. Während seiner Führungen wird Wintersport- und Schigeschichte lebendig. Weitere Infos auf: www.skimuseum.at

 

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