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Wildtierpfleger für einen Tag

Neues Sommerprogramm für Familien im Wildtierpark Ferleiten!

Es ist wie ein Heimkommen – alles ist irgendwie vertraut und doch ist alles anders. Einige Monate sind seit meinem letzten Besuch im Wildpark  Ferleiten vergangen. Damals war tiefster Winter, als ich gemeinsam mit dem Wildtierpfleger einen Tag lang hinter die Kulissen des Wildparks sehen durfte.

Wo wir uns im Winter noch mühevoll mit Skidoos durch tiefen Schnee und vorbei an Lawinenkegeln von der Wintersperre zum Eingang des Käfertals gekämpft haben, erblüht nun die Landschaft in allen Farben und Rennradler kämpfen sich mühsam die Steigung bis zur Mautstelle hoch.  Und wo im Winter nur das Stapfen unserer Füße im Schnee zwischen den Talseiten widerhallte, schallt nun fröhliches Geschnatter und erwartungsvolles Gemurmel der großen und kleinen Besucher auf dem Weg zum Eingang des 1980 gegründeten Wildparks: „Ob die Bären wohl schon munter sind? Wo sind die beiden jungen Wölfe, die erst seit kurzem hier wohnen? Ich will gleich zu den Murmeltieren!“

Wenn der Hirsch zum Fotomodel wird.

Wenn der Hirsch zum Fotomodel wird.

Die Wildtiere scheinen unbeeindruckt von dem regen Treiben vor ihren Gattern – ja, fast wirkt es, als posiert der kapitale Hirsch mit Hingabe vor den staunenden Zweibeinern. „Ein Foto von rechts? Gern – das ist meine Schokoladenseite – aber bitte sieh zu, dass du auch alle meine Enden mit drauf bringst auf das Bild. So und jetzt von links. Und noch eins von hinten…“

Wildtierpfleger für einen Tag
Während ich lachend diese Szene beobachte, holt mich Wildpark-Ranger Wolfgang Lackner ab zum heutigen Tagesprogramm. „Wildtierpfleger für einen Tag“ lautet das Motto für unsere kleine Gruppe, bestehend aus wissbegierigen Kindern und mir – innerlich immer noch Kind und nicht minder wissbegierig.

Ab geht’s ins Steinhaus am Rande des Wildparks. Hier erklärt uns Wolfgang spielerisch interessante Hintergründe zu den einzelnen Tieren im Park. Wir erfahren, was die Lieblingsspeise der Berberaffen ist, wie schwer der Bisonbulle Billy ist, warum Hirsche Geweihe und Steinböcke Hörner tragen und anhand von Federn finden wir die dazugehörigen Vogelpräparate in dem urigen Schulungsraum.

„Jetzt aber genug von der Theorie! Ab geht’s in die Futterküche, denn wir werden jetzt gemeinsam die Tiere füttern“, verkündet Wolfgang und ein lautes Johlen zeigt allgemeines Einverständnis. Im Wildpflegerhaus werden die Leckereien für die einzelnen Tierparkbewohner zusammengestellt, denn jeder Vierbeiner und Vogel hat andere kulinarischen Vorlieben.

Sika- und Damwild lässt sich gern von den kleinen Rangern füttern.

Sika- und Damwild lässt sich gern von den kleinen Rangern füttern.

Petzi und Gretl, die beiden Braunbären, die bei meinem letzten Besuch noch tief im Winterschlaf waren, kommen auf Zuruf gemächlich aus dem Schatten getrabt. Ein Raunen geht durch die Kinderschar, als sie sich zur vollen Größe aufrichten und erwartungsvoll zu den Karotten in Wolfgangs Hand heraufsehen. Geschickt fangen sie das Gemüse und während sie zufrieden schmatzen geht es für unsere Gruppe weiter, denn auch das Sikawild, die Schneeeule, die Waschbären, Fische und Schneehasen wollen gefüttert und gepflegt werden.

Die Mini-Ranger dürfen die Bären mit Karotten füttern.

Die Mini-Ranger dürfen die Bären mit Karotten füttern.

Nach unserer Runde durch den Park, bei der wir Wolfgang mit Fragen zu all den Tieren löchern durften, wird es für die Nachwuchs-Ranger knifflig. Die kleine Tierpflegerprüfung, mit Fragen zu den eben besuchten Tieren, ist der krönende Abschluss unserer Tour. Stolz nehmen die frischgebackenen Mini-Ranger ihre Diplome entgegen und mit leuchtenden Augen wird nun Mama und Papa das Wissen über die Wildtiere weitergegeben.

Abenteuerfahrt ins Käfertal
Während die Kinder ihr verdientes Eis schlecken mache ich mich mit Wolfgang und einer Familie aus Dubai bereits auf den Weg zu einer Abenteuerfahrt ins Käfertal. Leise surren die Elektro-Caddies, die uns umweltfreundlich und vor allem kraftsparend in dieses wunderschöne Tal kutschieren und Wolfgang erzählt über die heimische Flora und Fauna, die winterliche Hirschfütterung und die landwirtschaftliche Nutzung des Käfertals. Ein Pfiff bringt uns zum Halten – die Murmeltiere sind aus ihren Bauen gekommen und „Bär“, „Katze“ und „Affen“ sehen neugierig zu uns herüber. Während Wolfgang das Fernglas an die Besucher weiterreicht, erklärt er, dass der Bär das männliche Murmeltier ist, die Katze das Weibchen und die Affen der Nachwuchs dieser frechen Bergbewohner sind.

Mit E-Caddies geht es kraftsparend ins Käfertal.

Mit E-Caddies geht es kraftsparend ins Käfertal.

Nach einem Aufenthalt am Kletterfelsen und kurzen Stopps, bei denen die Kinder lustige Rätsel lösen und kleine spielerische Aufgaben bekommen, geht es zum Highlight dieser Tour: dem Wasserspielplatz. Hier wird gekneippt, geplantscht und auf großen Holzliegen die Aussicht auf die umliegenden 3000er genossen.

Ein echter Logenplatz im Käfertal.

Ein echter Logenplatz im Käfertal.

Sattgesehen an der einmalig schönen Landschaft am Fuße der Großglockner Hochalpenstraße und vollgetankt mit frischer Bergluft kehren wir zurück zum Wildpark, wo nun langsam die Schwüle des Tages weicht und die Tiere aus ihren schattigen Ruheplätzen zu ihrem Abendspaziergang in den Gehegen aufbrechen. Ich tue es ihnen gleich und drehe noch eine Abschiedsrunde mit den Wölfen, den Luchsen, den Bisons…

Das Manggei (Murmeltier) taucht kurz aus seinem Bau auf.

Das Manggei (Murmeltier) taucht kurz aus seinem Bau auf.

Die Sonderprogramme „Wildpark Erlebnistour mit Guide“, „Wildtiertag mit dem Tierpfleger“ oder die „Abenteuerfahrt ins Käfertal“ können täglich, jedoch nur gegen Voranmeldung im Wild- und Freizeitpark Ferleiten, gebucht werden.

Kontakt:
Wildpark Ferleiten
Tel.: 0043/6546-220
info@wildpark-ferleiten.at
www.wildpark-ferleiten.at

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