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Wirtshäuser – seit jeher Orte der Begegnung

Essen, trinken, spielen und tanzen: Gasthäuser sind beliebte Treffpunkte von Einheimischen und Gästen. Erstmals erwähnt wurden sie in Salzburg am Ende des 12. Jahrhunderts.

Im Herzen der Salzburger Altstadt reihen sich Wirtshäuser an Hotels, gemütlichen Cafes und Bars. Mit dem Buch „Wirthäuser – Eine Kulturgeschichte der Salzburger Gaststätten“ von Gerhard Ammerer und Harald Waitzbauer – mache ich mich auf eine Entdeckungsreise der Salzburger Wirtshauskultur.

Vor allem der Beginn der Linzergasse, die Getreide- und Judengasse wiesen in früheren Zeiten die höchste Wirtshausdichte auf. Bereits im ausgehenden 12. Jahrhundert wird ein Gasthus im Stift St. Peter erwähnt. Vermutlich war damit die Beherbergung von Pilgern, Armen und Kranken gemeint. Langsam entwickelten sich aus privater oder klösterlicher Gastfreundschaft kommerzielle Herbergen. Damit Gäste sie erkennen konnten, wurden sie gekennzeichnet. Zum Beispiel ragt ein schmiedeiserner Wandarm samt goldener Kugel auf der Hausfassade in der Judengasse 3. Hier gab es von 1472 bis 1869 eine Brauerei mit angeschlossenem Braugasthof. Es trug über 300 Jahre den Namen Guglbräu. Dieser Name änderte sich später zu Kugelbräu und dann zur „Goldenen Kugel“. Das Schild der Brauerei Mödlhammer in der Getreidegasse schmückt immer noch ein „M“. Gemeint ist allerdings heute das McDonald’s-M.

Auch beim „Wilden Mann“ in einem Getreidegassen-Durchhaus in Richtung Hanuschplatz prangt ein altes Schild. Eröffnet wurde das urige Gasthaus im Jahr 1863. Der Grund: Arbeiter der umliegenden Betriebe mit in einer warmen Stube mit Essen versorgen.

Über den Markartsteg geht die Wanderung weiter. Auf die andere Seite der Salzach, in der Dreifaltigkeitsgasse steht ein weiteres Traditionslokal: Das Gablerbräu. Es gehört zu den ältesten Wirtshäusern der Stadt. Schon 1408 wird hier Bier gebraut. Nach einer Generalsanierung ist das Haus heute viergeteilt. Die Hotelkette „Star Inn“ vermietet Zimmer, L’Osteria bäckt Pizza und die Bar L9 gibt Parties. Ein paar Stuben sind noch im Originalzustand erhalten.
Schräg gegenüber stehen beim „Fidelen Affen“ Tische und Stühle im Freien. Die freundliche Kellnerin bringt mir ein „kühles Blondes“. Ich mache es mir gemütlich und lese im Buch „Wirthäuser – Eine Kulturgeschichte der Salzburger Gaststätten“ weiter. Erschienen ist das Werk über die jahrhundertealte Wirtshaus-Tradition 2014 übrigens im Anton Pustet Verlag.

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