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Wo gedrechselt wird, fallen Späne

Auf vielen Bauernmärkten, Brauchtumsveranstaltungen und in Läden gibt es gedrechselte Schüsseln, Dosen und sogar Hüte aus Holz. Drechsler und Kunsthandwerker im ganzen Salzburger Land stellen sie liebevoll her. Der passionierte Drechsler Bernhard Ponemayr (77) werkte schon als Bub auf dem elterlichen Bauernhof gerne mit Holz.

Am liebsten arbeitet Bernhard Ponemayr mit Zirbenholz. „Es ist sehr schön und leicht zu bearbeiten“, schwärmt der pensionierte Bankdirektor. Holzstücke von Ahorn, Birne, Eibe und Zirbe stehen in der Werkstatt des Handwerkers. Manche Holzstücke sind schon bearbeitet. Das Holz soll pro Zentimeter Durchmesser ein Jahr lang trocknen. Wenn es nicht trocken ist, bekommen die Werkstücke Risse. Frisches Holz bearbeitet der Lammertaler grob vor und lässt es dann trocknen.

Zuerst schärft Ponemayr die Schneide seiner Dreheisen (Werkzeug zum Span entfernen). Sie soll so scharf sein, dass man sich damit rasieren kann. Danach spannt Ponemayr sein Werkstück so ein, dass es dem Druck des Dreheisens standhält und möglichst rund läuft. Erst dann schaltet er den Motor ein. „Das ist es wichtig, denn wenn das Werkstück schlecht eingespannt ist, fliegt es einem beim Drechseln um die Ohren.“

Gut eingespannt, fliegen zuerst die Späne vom Boden und der Außenseite der Schüssel. Damit keine Rillen entstehen, hält Ponemayr das Dreheisen schräg an sein Werkstück. Bald ist der Boden ganz leicht nach innen gewölbt. „Das ist nötig damit die Schüssel gerade steht“, sagt der Kunsthandwerker. Nach dem alle Unebenheiten an der Außenseite entfernt sind, holt Ponemayr das Schmiergelpapier und schleift so lange, bis sie ganz glatt ist. Zum Abschluss poliert er die Außenseite. Die rötlich-gelbliche Farbe samt der Maserung des Eibenholzes kommen dadurch gut zu Geltung.

Danach dreht der Annaberger die Schüssel um, spannt sie wieder ordentlich ein und beginnt mit der Innenseite. Wieder fliegen die Späne. Je trockener das Holz ist, desto kürzer sind diese. Immer wieder prüft Ponemayr die Dicke der Schüsselwand. Sie soll überall gleichmäßig dick sein. Da und dort setzt er das Dreheisen nocheinmal an. Dann prüft Ponemayr und nickt zufrieden. Danach schleift er die Schüssel mittels Schmiergelpapier sehr fein. Zum Abschluss poliert er auch die Innenseite. In zwei circa Stunden ist die Schüssel fertig.

Weitere Informationen gibt es bei Bernhard Ponemayr. Er ist unter der Telefonnummer +43 (0) 664 764 6479 erreichbar.

 

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