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Wollstadel: Schafwolle und mehr

Neben kulinarischen Köstlichkeiten interessiert uns natürlich immer auch das Handwerk im SalzburgerLand und deswegen waren wir im Wollstadel in Bramberg. 

Wenn man den Wollstadel betritt fühlt man sich sofort wohl. Alles strahlt eine wohlige Wärme aus (vielleicht kommt das auch durch den Kachelofen in der Mitte, der Sommer wie Winter ein Hingucker ist). Die unglaublich vielen unterschiedlichen Produkte sind wunderschön und liebevoll dekoriert und man sieht hier Dinge, die man sonst so nicht bekommt. Allein die kreativen Filzformen sind genial. Und die Farben. Herrlich!

Wir durften beim Filzen eines Sitzkissens zuschauen.
Besonders fein gekämmte Schafswolle wird über Kreuz auf eine Schablone gelegt und dann mit reichlich Seifenlauge und Seife eingerieben.

Wollstadel Bramberg Schaf Wolle Filzen Pinzga Doggeln Stricken Handarbeit

Dann dreht man das Teil um und fixiert die Form. Anschließend wird das ganze wieder mit Seifenwasser getränkt und man kann die Schablone vorsichtig entfernen. Wieder wird das Ganze gedreht und man kann es nun nach gut dünken dekorieren. Wir haben das Wort „Walz“ gewählt und den Steinbock. Nicht nur, weil der Steinbock im Nationalpark Hohe Tauern heimisch ist sondern auch weil wir beide Steinbock sind. Dazu kommt dann noch das Tauernlamm für die Schafwolle und eine Alpenblume. Jetzt wird das Ganze mit reichlich Seifenlauge von allen Seiten bearbeitet und gerieben. Oder sogar mit einer Art riesigen Sushi-Matte gerollt. 

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Dann wird es in klarem Wasser ausgespült und getrocknet. Mit einem Holzstück wird es dann noch in Form ‚gebügelt‘. Fertig!

Pinzga Doggeln
Dann durften wir auch noch die verschiedenen Arbeitsschritte der Pinzga Doggeln kennen lernen. Pinzga Doggeln sind Schuhe aus alten Zeiten, die aus abgetragenen Kleidungsstücken zum Beispiel Mänteln hergestellt wurden. Damals hat man schon recycelt oder upgecyclet wie es heute so schön heißt. Sechs bis sieben Schichten Stoff wurden verarbeitet und über einen Leisten wird eine Brandsohle angenäht.

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Anschließend wird die obere Stoffschicht an der Brandsohle festgenäht. Dann kommt die eigentliche Sohle. Hier wird der Faden erst durch Bienenwachs gezogen, damit er noch stabiler wird und dann werden die Stiche in einem feinen Schnitt in der Filzsohle festgezogen. Die einzelnen Arbeitsschritte erfordern nicht nur eine Menge Zeit und Präzision sondern auch eine gehörige Portion Kraft und körperlichen Einsatz. Kein Wunder das die Doggeln entsprechend kosten. Eigentlich sind sie noch zu billig…

Stricken
Schließlich hat uns die Inhaberin noch ein altes Strickmuster für Fäustlinge gezeigt. Durch den doppelten Faden bekommt man in den Handschuhen selbst beim Ski fahren keine kalten Hände. 

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Das Wollstadel ist auf jeden Fall einen Besuch Wert. Hier findet sicher jeder was oder man besucht gleich einen Filz- oder Strickkurs und beschäftigt sich mit Handarbeiten. Das Material dazu ist in Hülle und Fülle vorhanden. 

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