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Yoga-Skitourencamp im Pulverschnee

Unsere Winterzeit Redakteurin Kathrin Thoma-Bregar arbeitet als freie Journalistin und tobt sich im Winter beim Tourengehen und in den Loipen aus. Diesmal hat sie sich auf die Trattenbachalm in Neukirchen zum Yoga-Skitourencamp begeben. Ein Erfahrungsbericht:

Sowohl Yoga als auch Skitouren gehen sind absolute Trendsportarten. Wer die ungewöhnliche Kombination aus beidem ausprobieren möchte, hat im SalzburgerLand Gelegenheit dazu: Unter fachkundiger Anleitung und mit viel Hingabe für den Augenblick.

Ich atme ruhig und lächle. Auch wenn die Position ungewohnt ist: Virabhadrasana heißt sie und bedeutet „Held“. Und heldenhaft fühlt es sich auch an, wie wir so dastehen, im Ausfallschritt mit erhobenen Armen, mitten in einer sagenhaften Bergkulisse. Die weiße Pracht funkelt und überall grüßen verschneite Gipfel.

Pure Entschleunigung
Wir, das sind acht unerfahrene Skitourengeher und Yoginis, die für drei Tage Quartier auf der Trattenbachalm in Neukirchen am Großvenediger bezogen haben. Hier soll uns ein Yoga-Skitourencamp rundherum fit für den Sprung ins Gelände machen. Für das technische und skifahrerische Know-how ist Hans-Peter Kreidl da. Der 41-jährige Pinzgauer ist mit seiner Heimat so verwurzelt, wie es nur ein Bergler sein kann. Dass Skitouren gehen immer mehr Anhänger findet, wundert ihn nicht: „Das hat sicher mit dem Trend zur Entschleunigung zu tun, und weil die Menschen sich wieder mehr in der Natur bewegen wollen“. Die 1.718 Meter hoch gelegene Trattenbachalm nutzt er als Basecamp für seinen Skitourenwinter. Als wir am ersten Tag über einen leichten Forstweg mit den Leihskiern zur urigen Alm aufsteigen, bekommen wir ein erstes Gefühl für das ungewohnte Material: Für die offene Bindung und die Felle unter den Skiern. Und als sich hinter einem kleinen Buckel ein weitläufiges Hochtal auftut, auch ein Gefühl für die Schönheit dieser Gegend: Wie in einem weißen Wintermärchen breiten sich unberührte Hänge vor uns aus.

Im Hier und Jetzt
„Warte nicht immer auf den richtigen Augenblick – oft ist er jetzt“ – diesen Spruch hat Steffi Summer auf einen Zettel geschrieben. Sie ist unsere Yogalehrerin, und das Zitat soll uns auf unserer Tour begleiten. „Yoga und Skitouren gehen sind ein Traumpaar, denn die Übungen bereiten nicht nur körperlich optimal auf einen verletzungsfreien Ausflug in die Berge vor“, erklärt sie. „Eine regelmäßige Yogapraxis stärkt auch das Selbstbewusstsein, gibt uns Mut und verleiht eine respektvolle Haltung gegenüber der Natur.“ Noch vor dem Frühstück eröffnen wir den neuen Tag mit dem „Sonnengruß“, dehnen unsere Hüfte mit der „Taube“ und stärken mit dem „nach unten schauenden Hund“ die Rumpfmuskeln. Dann sind wir ganz bei uns; bereit für den Berg und frohen Mutes für den Tiefschneeritt.

Sicher unterwegs
„Weil man sich beim Skitouren gehen im freien Gelände bewegt, sollten sich vor allem Einsteiger einem Ski- und Bergführer anvertrauen“, rät Hans-Peter Kreidl und spurt uns den Weg gen Laubkogel vor. Neben Wechselkleidung, Jause und Getränk haben wir Biwaksack, Lawinenschaufel und -sonde im Rucksack. Vor dem Losgehen wurden die Lawinenverschütteten-Suchgeräte und der Lawinen- und Schneebericht gecheckt. Wir strahlen mit der Sonne um die Wette und steigen im typischen „Schlurfschritt“ durchs Skitouren-Paradies. Unterwegs graben wir ein Schneeprofil und lernen alles über Hangneigung und Windzeichen. Am Gipfel lässt ein 1-A-Panorama unsere Herzen höher schlagen. Wir machen noch einmal den „Helden“ im Schnee, ziehen die Felle ab und sausen durch feinsten Pulverschnee hinab. Das Glück liegt im Augenblick, höre ich Steffi noch sagen …

Tipps …
Tourenski-Lehrpfad in Faistenau. Anfänger können erstmals ins Gelände schnuppern und Geübte ihr Wissen vertiefen. Über 650 Höhenmeter geht es in rund zweieinhalb Stunden auf die Loibersbacher Höhe. Gestartet wird am Parkplatz Tiefbrunnau mit einem Pips-Checkpoint. Im weiteren Streckenverlauf sind eine Übersichtskarte und sieben interaktive Methodentafeln zu den Themen Sicherheit, Technik, Taktik, Gelände und Schneeverhältnisse aufgebaut. Führungen organisiert der Tourismusverband, Ausrüstungen gibt’s zum Ausleihen. www.fuschlseeregion.com

Preberlauf im Lungau. Für Tourengeher aus Nah und Fern ist das Skitourenrennen am 12. März 2017 längst Tradition. Die Distanz beträgt 1.200 Höhenmeter. Es gibt Startgruppen für Normalsterbliche, Trainierte und Sportliche und Wahnsinnige. Ziel ist der 2.740 Meter hohe Preber.

Unter www.sltg.at/skitouren finden Sie die beliebtesten Routen im SalzburgerLand und alle nützlichen Informationen zum Thema Sicherheit am Berg!

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